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Guerilla-Marketing: Huber Verlag zeigt wie es geht

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Guerilla-Marketing: Huber Verlag zeigt wie es geht

10.10.14  14:50 | Artikel: 961983 | Proteus Statement

Guerilla-Marketing: Huber Verlag zeigt wie es gehtDer Huber Verlag für Neue Medien GmbH betreibt neben anderen Presseportalen die Pressebox und ist auch Initiator weiterer Aktionen. Alles scheinbar ganz tolle Kundenangebote. Doch sowohl das Kleingedruckte als auch verschiedene Verhaltensweisen sorgen oft für Frust in der Zusammenarbeit. Ein paar Beispiele.

Die Pressebox ist eines der etablierten Presseportale im Netz. Wer hier Nachrichten einstellt, der lässt sich das in jedem Fall mal was kosten. Schnell sind da mehrere Tausend Euro weg, wenn man aktives Marketing im Unternehmen betreibt.

Nun kann man dem Verlag nicht vorwerfen, dass die Preise extrem zu hoch wären. Der Spass ist teuer, aber es gibt Anbieter, wie news-aktuell (dpa), die nochmals um einiges teurer sind.

Die Preise dürften aber auch der Grund sein, warum viele Mittelständler und Kleinunternehmer den Service der Pressebox eher verhalten nutzen. Lässt man eine PM extern erstellen und über die Pressebox verteilen, so kostet das den Auftraggeber schon mal locker 300 €. Da fragen viele Kleinunternehmer nach dem Nutzen.

Stapel-GeldscheineDer Unterschied zu anderen Anbietern ist, dass bei der Pressebox nicht einfach Tickets beauftragt werden können. Jedes Paket ist immer ein Jahresabo mit 3-monatiger Kündigungsfrist und automatischer Verlängerung. Passt man da nicht auf bzw. kündigt nicht gleich nach Erhalt der Auftragsbestätigung, so kommt die nächste Rechnung kurz vor Ablauf der 12 Monate.

Das Angebot für Agenturen (als Wiederverkäufer) rechnet sich tatsächlich nur für die Großen Agenturen, die für Global Player arbeiten. Verschiedene Pressefächer für Kleinunternehmen einzurichten, die sich kaum festlegen können, wie viele Mitteilungen pro Jahr rausgehen, ist für Agenturen eher belastend.

Geschenke über Geschenke

Geht man von einen normalen Pressefach aus, so sind bei jeder Meldung entsprechende Ansprechpartner des Unternehmens eingetragen. Je nach Meldung stehen da schon mal Projekt- oder Abteilungsleiter oder auch der einfache technische Fachmann eines Unternehmensbereiches drin. Sprich, nicht immer die Personen, die das Vertragsverhältnis mit dem Verlag geschlossen haben.

Das ist dem Marketing des Verlages jedoch wohl egal. Reihenweise werden hier alle eingegebenen Kontakte mit eMail-Angeboten der Pressebox zugemüllt:

Sie gehören zu einem engen Kreis unserer Kunden,
denen ich heute das neue iPhone 6 als Geschenk anbieten darf:

- iMonitor + iPhone 6 gratis!
- Leider limitiert: Aktuell nur noch 16 Stück verfügbar!
- Verfügbarkeit und alle Infos: www.PresseBox.de/...


... und dann steht auf der Zielseite, das man das Geschenk natürlich nur bekommt, wenn man ein Abo für das beworbene Produkt abschließt: Für günstige 1.999 € pro Jahr.
Zu Weihnachten letztes Jahr gab es sogar ein iPad geschenkt!

Ruft man daraufhin beim Verlag an und fragt nach, warum denn alle Kontakte bespasst werden, bekommt man als Erklärung, das damit ja alle Personen informiert wären.

Damit sind die Mitarbeiter entweder dumm wie Brot oder einfach nur dreist. Ich verbat mir weitere Spammails eMail-Werbung und forderte diese Erklärung schriftlich an ... die ich natürlich bis heute nicht erhalten habe.

Dafür habe ich weitere Ansprechpartner angelegt. Kommt da Werbung an, kommt von unserer Seite eine Unterlassungserklärung zurück, natürlich extrem kostenpflichtig - auch lustig!


Zwar gibt es einen Opt-Out-Link, aber der Empfänger hat explizit keiner Zusendung zugestimmt, was es illegal macht!

Innovationspreis Initiative Mittelstand

bestof_apps_2012_170pxJedes Jahr lobt der Verlag auch einen Innovationspreis aus. Nach Preisverleihung geht jedoch jedem Teilnehmer eine eMail zu, in der erklärt wird, dass ein Werbekostenzuschuss existiert, mit dem man sein Produkt entsprechend bewerben kann.
Schau man genauer hin, so ist dieser Werbekostenzuschuss ein Rechnungsbetrag über ein paar Hundert Euro...

Das ganze wird schon seit einiger Zeit betrieben und dient wohl nur dazu, die eigenen Produkte besser an den Mann zu bringen.

2007 berichtete Thomas Kilian bereits in ähnlicher Tonart darüber.

Was bringt die Zukunft?

Wir sind seit Jahren Kunde der Pressebox. Anfänglich war der Service wirklich erste Sahne. Aber in Laufe der Zeit hat sich dieser merklich verschlechtert. eMails werden nur noch träge beantwortet, Mitarbeiter am Telefon sind unfreundlich oder genervt und es gibt immer wieder Fehler, die teilweise auch daraus entstehen, dass Mitarbeiter einfach nicht mitdenken.

Aber man kennt ja das Problem der Verlage. Die ursprünglichen Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr und es wird immer mehr in Richtung Web verlagert und das teilweise recht aggressiv. Weniger Umsatz in anderen Geschäftsbereichen, weniger Personal, um Kosten zu sparen, Erhöhung des Mitgliedsbeitrages im Golfclub des Geschäftsführers, .... alles Gründe für eine mangelnde Servicequalität und den Einstieg ins Guerilla-Marketing.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

Marketing | Unternehmen | Kommunikation

Schlagworte:

Huber Verlag | Marketing (34) | Pressebox | Jahresabo | Spam (9) | Service (13) | Innovationspreis (2)




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