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Deutschland - Einig Zweistromland?

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Deutschland - Einig Zweistromland?

24.10.14  10:32 | Artikel: 962019 | News-Artikel (Red)

Deutschland - Einig Zweistromland?
Zweistrom-Grenze: Am deutschen Eck in
Koblenz treffen sich Rhein und Mosel
Bild: Ronile
«Statt neue Leitungen von Nord nach Süd zu bauen, könnte der Strommarkt geteilt werden. Das hätte viele Vorteile»
Malte Kreutzfeldt bei TAZ

… und würde den Stromhändlern überhaupt nicht gefallen.

Der Stromerzeugungsatlas 2014 gibt Aufschluss darüber, wie viel Kapazitäten zur Erzeugung von Strom je Bundesbürger eingespeist werden.

Leistung je Einwohner
(Jahresmittel in kWh)
Wird zusätzlich noch die Art der Kraftwerke betrachtet und ihre Volllaststunden, so ergibt sich ein Bild, bei dem Bayern und Baden-Würtemberg zwar keinen Spitzenplatz einnehmen, jedoch auch keine Schlußlichter sind.

Der Ministerpräsident Seehofer aus Bayern ist bekannt für seine Basta-Mentalität. Eine Entscheidung zum Trassenbau soll es erst im Jahre 2015 geben, wenn der Bedarf vollständig ermittelt wurde, so der BR.

Hängt sich der Freistaat selbst von der Zivilisation ab? Oder forciert er sogar die Aufspaltung der Strommärkte in einen Nord-Preis und Süd-Preis?

Letzteres wird es kaum geben, denn Stromhändler wollen einen Markt haben, der eine möglichst große geographische Ausdehnung besitzt. Es wird von einer Kupferplatte gesprochen, die einen Idealzustand darstellt, bei dem es egal ist, wo man den Strom erzeugt und wo er entnommen wird. Das dies nicht der physikalischen Realität entspricht, ist klar.

Nächster Schritt: Europäischer Markt
(Quelle: PCR Initiative)
Mit der Preiskopplung (Price-Coupling-Regions) der Regionen verfolgt die europäische Strombörse ein Konzept, bei dem die Kupferplatte des Stromnetzes sogar über einen großen Teil des europäischen Kontinents erstreckt.

Bei einer Preis-Kopplung über die Börse wirken sich Überproduktionen in einem Land solange preissenkend in den anderen Ländern aus, bis die Kopplungskapazitäten vollständig ausgelastet sind (vergl. Cross-Border-Physical Flow bei Entsoe.net).

Dieses Verfahren hat in seiner 12 monatigen Geschichte aktiv dazu beigetragen, dass negative Strompreise in Deutschland nahezu verhindert werden konnten.

Es stützt den Spot-Markt Preis für Strom in Deutschland und hilft die EEG-Umlage niedrig zu halten. Um fast 10% wird die bundesweit gültige EEG-Umlage durch die Verkaufserlöse an der Börse gesenkt. Ohne eine Preiskopplung würde diese Wirkung wahrscheinlich entfallen.

Königsweg ist regional und dezentral

Micro-BHKW in den Kellern, PV auf dem Dach, Windräder auf dem freien Feld. Es ist Infrastruktur notwendig, damit der Strom in ausreichender Menge dort vorhanden ist, wo er benötigt wird. Markt verzerrend sind in 2014 sehr viele Braunkohlekraftwerke in der Lausitz/Thüringen, die zu Dumping-Preisen den Strom erzeugen, bei nur dünner Besiedelung im Umland.

Im Süden wurde über sehr viele Jahre versäumt die Infrastruktur in der Fläche entsprechend umzubauen. Man hat sich auf dezentrale Großerzeuger verlassen, die nun nicht mehr die stärkste Verhandlungsposition am Tisch besitzen.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Netze

Schlagworte:

Stromhändler (4) | Strommarkt (81) | Kapazitäten (5) | Seehofer (22) | Aufspaltung (5) | EEG-Umlage (123)




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