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BWE: Länder sollten sich aktiv in Energiedebatte einbringen

21.11.14  08:30 | Artikel: 962090 | News-Artikel (e)

BWE: Länder sollten sich aktiv in Energiedebatte einbringen
Hermann Albers, Präsident des
Bundesverband WindEnergie e.V.
© BWE/Silke Reents
"Deutschland ist ein föderaler Staat. Es kommt also immer auch auf die Länder an. Mittelstand, Kommunen und Länder haben die Energiewende getragen und mit Leben erfüllt. Wir sehen, dass es in den Ländern über die politischen Lager hinweg einen Konsens zum Ausbau der preiswerten Windenergie gibt. Die Länder müssen aufpassen, dass der Bund die sehr positive Entwicklung der zurückliegenden Jahre nicht ausbremst.

Dies gilt vor allem mit Blick auf die dringend notwendige Schaffung eines fairen Marktplatzes und beim Thema Ausschreibungen", machte der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), Hermann Albers, bei der Eröffnung des Branchentages Windenergie in Hannover deutlich.

"Wer ständig von Markt redet, muss Markt zulassen. Es macht keinen Sinn, guten Grünen Strom am Spotmarkt zu verramschen. Wir brauchen daher eine zügige Umsetzung der Verordnungsermächtigung im EEG, mit der ein Vermarktungsweg zum Endkunden geöffnet wird.

Wir nehmen zur Kenntnis, dass das Thema Ausschreibungen – wider aller guten Erfahrungen mit dem EEG – offenbar politisch gesetzt ist. Angesichts der langen Planungszeiten und eines starken kommunalen Planungs- und Baurechts drohen hier erhebliche Risiken.

Es gilt darauf zu achten, dass der für den Export so wichtige Heimatmarkt Deutschland nicht in eine Schieflage gerät. Hinzu kommt, dass die weltweiten Erfahrungen mit Ausschreibungen darauf hindeuten, dass sich die Ziele Deutschlands nach Akteursvielfalt, sicherer Zielerreichung und nachhaltiger Kostensenkung nicht erfüllen.

Wir setzen daher auf eine aktive Positionierung der Länder, in denen die Erneuerbaren immer mehr Arbeitsplätze sichern", so Hermann Albers.

Scharf kritisierte der BWE-Präsident die Europäische Union. Es passe in keiner Weise zusammen, dass Großbritannien zugestanden werde, Atomstrom auf 35 Jahre mit 92,5 Pfund (umgerechnet 117,36 EUR) pro Megawattstunde bei zusätzlichem Inflationsausgleich zu vergüten, während es gleichzeitig massive Kritik an der 20-jährigen Vergütung für Wind an Land in Deutschland mit durchschnittlichen 70 Euro pro Megawattstunde gibt.

Die Subventionierung veralteter Atomtechnologien ist angesichts der technologischen Marktführerschaft europäischer Windanlagenhersteller im Weltmarkt ein verheerendes Signal. Normalerweise müssten das Parlament und die neue EU-Kommission hier einschreiten. Auch die Äußerungen von Bundesminister Sigmar Gabriel zum Bestandsschutz sehr alter Kohlekraftwerke und die Verabschiedung vom CO2-Minderungsziel sorgten für Verunsicherung.

"Angesichts wachsender internationaler Märkte gibt es für die Technologien der Erneuerbaren Energien enorme Chancen. Diese gilt es zu ergreifen. Es ist an der Zeit, dass Deutschland zu seiner alten Rolle zurückfindet und sich wieder als europäische und weltweite Lokomotive des Klimaschutzes positioniert. Dies hilft nicht nur der Umwelt, sondern gibt der deutschen Volkswirtschaft auch neue Perspektiven", so Hermann Albers.




(Quelle: Bundesverband Windenergie e.V. (BWE))


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erneuerbare Energien | Strommarkt

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Energiedebatte | Länder (26) | Energiewende (372) | Windenergie (93)




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