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25 Jahre nach Mauerfall: Zerstörte Stromwirtschaft im Westen

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25 Jahre nach Mauerfall: Zerstörte Stromwirtschaft im Westen

21.11.14  10:00 | Artikel: 962092 | News-Artikel (Red)

25 Jahre nach Mauerfall: Zerstörte Stromwirtschaft im Westen
Bild: anja_ferstl0
25 Jahre nach Mauerfall: Zerstörte Stromwirtschaft im Westen

In der DDR gab es nur ein wirklich produktives Kernkraftwerk für die Stromerzeugung in Rheinsberg. Die Einspeisung mit 70 MW kann aus heutiger Sicht eher belächelt werden. Der größte Teil der benötigten elektrischen Energie stammte aus Braunkohle oder Steinkohlekraftwerken. Der Tagebau in der Lausitz - somit im eigenen Land - machte die Versorgung mit dem Rohstoff günstig.

25 Jahre nach dem Ende der DDR sorgen diese Besonderheiten für die größten Probleme im Stromnetz und einem Stillegungsstop im Westen der Republik.

Blühende Landschaften brauchen recht wenig Strom. Privilegierte Industrieunternehmen wurden nur wenige auf dem Gebiet der ehemaligen DDR angesiedelt, man setzte eher auf den Boom von Baumärkten, Videotheken und Dienstleistungen. Der Stromverbrauch war und ist bis heute gering.

Die Verstromung von Braunkohle existiert allerdings weiter. Aktuell im Besitz von Vattenfall - vielleicht irgend wann einmal im Besitz der Steuerzahler. Strom, der extrem günstig ist und durch eine Ausbreitung des Börsenhandels für jeden Stromhändler in Deutschland verfügbar ist.

Billig-Stromland: Thüringen/Sachsen

Billigstrom Karte

Im Gebiet um Leipzig und Cottbus wird heute deutlich mehr Strom produziert, als die Verbraucher benötigen. Das Ergebnis: Der Strom muss über die Netze abtransportiert werden. blog.stromhaltig hat eine tagesaktuelle Visualisierung der Re-Dispatches bereitgestellt, die zeigt, wie oft die Netze nicht ausreichend dimensioniert sind, um den Strom auch tatsächlich zu transportieren.

Merit Order und die Stromauktion
Der Handel an einer Börse wird auch als Auktionen bezeichnet, da im Prinzip immer der günstigste zum Zuge kommt. Unter Merit-Order versteht man die Umsetzung auf den Strommarkt. Ist das Auktionsergebnis (=Preis) niedrig, so kommen nur Erzeuger zum Zuge, die einen niedrigen Gestehungspreis haben.

Direkt nach der Wende hatten die Kernkraftwerke in Westdeutschland die günstigsten Einspeisepreise, gefolgt von Braunkohle, Steinkohle,… - Durch den langsamen Ausstieg aus der Atomkraft fallen für größere Betreiber die Kraftwerke weg, die am günstigsten waren. Es verbleibt die Braunkohle als Ausstiegsgewinner. Dieser Kraftwerkstypus befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Abbaugebieten: Ruhrgebiet und Lausitz.

Der Stromerzeuger EnBW aus Süd-Westdeutschland hat schon frühzeitig den Standortnachteil erkannt und ist in das Kraftwerk Lippendorf eingestiegen. Dennoch verdrängt auch weiterhin der Braunkohlestrom die Anlagen im Südwesten - dem Stammland der EnBW.

Doppeltes Kraftwerkchen
Was den Stromhandel antreibt, ist Geld. Die Bevölkerung und vor allem die Wirtschaft braucht aber Energie. Die Brücke dazwischen ist eine leidige Diskussion, die zum komplexen Thema der Reservekraftwerke führt. Das Stromnetz ist keine Kupferplatte, der es egal ist, wo erzeugt wird.

25 Jahre nach dem Mauerfall knirschen die Kraftwerksbetreiber im Westen mit den Zähnen, da sie von der billigen Erzeugung aus dem Osten vom Markt verdrängt werden.

Fehlt eigentlich nur noch der Sündenbock…




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Stromnetze

Schlagworte:

Stromwirtschaft (11) | Stromerzeugung (91) | Kernkraftwerk (18) | Tagebau (6) | Braunkohle (52) | Stromauktion




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