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Fell: Atomrenaissance geht in Konkurs

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Fell: Atomrenaissance geht in Konkurs

22.11.14  11:00 | Artikel: 962096 | News-Artikel (Red)

Fell: Atomrenaissance geht in Konkurs
Bild: nafets
Die vielbeschworene Renaissance der Atomenergie landet in Wirklichkeit im Konkurs von AREVA, EDF und wohl auch des französischen Staates.

Immer wieder wurde und wird der Atomausstieg Deutschlands von den Atombefürwortern hämisch als Sonderweg der dummen Deutschen diffamiert.

Der französische Neubau des Reaktors in Flamanville und das finnische Projekt in Oikilouto galten als leuchtende Beispiele für die von billiger Energiezeugung getragene Atomrenaissance. In einem Bericht des Handelsblattes (s. Ausgabe vom 20. November) wurde am Donnerstag aber klar aufgezeigt:

Die Atomenergie bringt den einst stolzen französischen Atomkraftwerksbauer AREVA schnurstracks in den Konkurs, vor allem wegen der Finanzdesaster Flamanville und Oikilouto. Seit 2011 hat AREVA bereits 3,1 Mrd. Euro Verluste eingefahren. 2014 werden wohl nochmal 1 Mrd. Euro dazu kommen.

Da keine Besserung in Sicht ist, wird das Eigenkapital von AREVA dann wohl in zwei bis drei Jahren völlig aufgebraucht sein. Gleichzeitig werden auch die finanziellen Belastungen des hochverschuldetet Atomkraftwerksbetreiber EDF immer höher, unter anderem wegen des Finanzdebakels in Flamanville.

Nun soll der französische Staat AREVA mit Milliardensubventionen vor dem Konkurs retten. Eine äußerst fragwürdige Strategie, denn auch Frankreich ist hoch verschuldet.

Die französischen Staatschulden belaufen sich derzeit auf 93,5% des BIP, was deutlich über der Vorgabe des Stabilitäts- und Wachstumspakts der EU von 60% des BIP liegt. Das ist die derzeitige Situation Frankreichs, die der Atomrenaissance geschuldet ist.

Nun hat die französische Regierung die Wahl: Entweder geht AREVA bankrott oder der französische Staat.

Wann endlich begreifen die Atomkraftbefürworter, dass die Atomenergie nicht nur zur radioaktiven Verseuchung großer Landstriche führt, nicht nur in die atomare Bewaffnung, sondern auch ganze Konzerne und Staaten ökonomisch ruiniert?




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



3 Kommentar(e) zum Artikel.
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Alex D Sonntag, 23. November 2014 um 16:30

Der Beitrag von Herrn Fell ist sehr polemisch und natürlich sehr stark politisch motiviert.

Ob ein Land Kernkraft betreibt oder nicht hat wenig Einfluss auf die staatliche Gesamtsituation, sonst müsste es ja in D ähnlich aussehen. Auch wenn die AKWs in Flamanville und Olkiluoto dreimal so viel kosten wie geplant (und damit den Hersteller an den Rand einer Pleite bringen), so bleibt der dann produzierte Strom dennoch billig.
Man muss dazu nur 10 Milliarden Euro auf 60 Jahre Betrieb umlegen bei 1600 MW Leistung bei 90% Verfügbarkeit. Man kommt auf Kosten von 1,32 Cent pro Kilowattstunde aufgrund der Baukosten.

Desweiteren ist der finanzielle Fingerzeig Richtung Atomkraft gewagt wenn man sich die finanzielle Situation der Windrad-Hersteller anschaut, darunter eben die Areva, die mit Erneuerbaren viel Geld verloren hat. Und dies trotz milliardenschwerer Subventionen über die EEG Umlage.

heinbloed Dienstag, 25. November 2014 um 11:34

10,5 cents/kWh PV-Strom:

http://www.iwr.de/news.php?id=27649

Billiger als Atomstrom aus Hinkley Point, Flamanville, Olkiluotu ...

Reinhard Dienstag, 25. November 2014 um 16:08

@ Alex D: Leider ruht Ihre "fan"tastische Berechnung auf der realitätsfernen Annahme, dass AKW nicht havarieren können und dass die finanzielle Last der Entsorgung weiterhin komplett auf die nachfolgenden Generationen verlagert wird.

Erst einmal sollten gerechte Betriebsbedingungen für alle Energieträger herbeigeführt werden (Stichwort Marktwirtschaft). Also keine Risikotechnologie ohne angemessenen Haftpflichtversicherungsschutz. Bei den hier zu versichernden Risiken dürfte Ihre Atomstromkalkulation dann -wenn wir noch die Folgekosten wie die dauerhafte, sachgerechte Entsorgung des Atommülls, also nicht die Standard-Deutschland-Schlamperei wie in der Asse ansetzen - eher in Richtung 50 ct pro kWh liegen.

Daneben ist der Atomstrom weder nachhaltig zu produzieren (Sie könnten sich einmal damit befassen, wie es in den Regionen zugeht, in denen Uran abgebaut wird), noch bietet Atomenergie einen nennenswerten neuen Entwicklungsanreiz.

Als Fazit bleibt für die Fans des Atomstroms einzig die Vernunftlösung "Warten auf die Kernfusion". Ich drücke Ihnen die Daumen, von der abwegigen Idee, neue AKWs zu bauen sollte vor dem Hintergrund unseres Wissensstands jedoch jetzt dringend Abstand genommen werden.

In diesem Punkt können Sie auf die Expertise unserer Kanzlerin, die bekanntlich Physikerin ist und den Ausstieg Deutschlands aus der Atomtechnologie in die Wege leitete, vertrauen. Auch die aktuelle Entscheidung des Energieriesen Vattenfall, aus der derzeit für die Energieerzeugung zur Verfügung stehenden Nukleartechnologie auszusteigen, spricht ein deutliches Wort.


Themenbereiche:

Energiepolitik | international | Atompolitik

Schlagworte:

Atomrenaissance | Atomenergie (14) | AREVA | EDF (3) | Frankreich (19) | Finanzdesaster | Staatsschulden




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