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Algorithmische Kommunikation - #Strompreis2015

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Algorithmische Kommunikation - #Strompreis2015

24.11.14  10:09 | Artikel: 962100 | News-Artikel (Red)

Algorithmische Kommunikation - #Strompreis2015Es ist November, oder die Zeit, an der die Strompreise für das kommende Jahr an die Kunden zu kommunizieren ist. Auf Hochtouren wird formuliert, was kommuniziert und als Nachricht beim e-Junkie ankommen soll.

Der Experte für Stromtarife Björn-Lars Kuhn schrieb unlängst:

Stellt sich die Frage, ob tatsächlich die gesunkenen Preis an der Leipziger Strombörse Grund für die Senkungen sind, oder ob die Versorger nicht die Gunst der Stunde erkannt haben und ein wenig das Image aufpolieren wollen. Der monatliche Euro weniger bei einem Single-Haushalt ist vermutlich billiger als die üblichen Marketing-Maßnahmen bei Preiserhöhungen.
(Quelle)

Am Beispiel des Schreibens der Süwag ein kleiner linguistischer Ausflug….


In einer Zeit, als der Strom noch aus der Steckdose kam, hat sich blog.stromhaltig mit dem Thema Computer-Linguistik versucht. Ein Thema, bei dem man bereits in der ersten Vorlesung lernt, dass Zynismus der Tod für jeden Geheimdienst dieser Welt ist. Der Versuch Sprache inhaltliche mit Hilfe von digitalen Algorithmen zu verstehen gelingt nur bedingt.

Gegeben der Satz:

Die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) sinkt leicht, aber gleichzeitig steigen die Netznutzungsentgelte deutlich. Es ist uns dennoch möglich, die mit der Energiewende verbundenen preissteigernden Effekte mehr als auszugleichen.

Ergebnis dieser Berechnung: -0,5ct/kWh

Versucht ein Computer diese beiden Sätze zu verstehen, so wird er zunächst versuchen eine Gewichtung den bestimmten Begriffen zuzuordnen:

EEG*x + Netznutzungsengelte*y = -0,5ct

x = "sinkt leicht"

y = "steigen deutlich"

Im folgenden wird mit einer Hypothese gearbeitet, welche die Attributierungen leicht und deutlich in ein Verhältnis setzt. Daraus ergibt sich die Bedinung:

leicht < deutlich

Das sprachverarbeitende Ding versucht nun durch ein komplexes Verfahren, die Unbekannten zu lösen (= Googeln?). Mit dem Ergebnis, dass die EEG Umlage von 6,24 Cent auf 6,17 Cent zurück gegangen ist. Ergibt die aus den Medien bekannten 0,07 Cent.

0,07 Cent < "deutlich"

Eine Herausforderung, die man auch aus anderen Bereichen der EDV kennt, ist dass eine algorithmische Verarbeitung immer deterministisch sein muss. Randbedingungen sind entweder einzuschließen, oder werden nicht berücksichtigt.

Wenn gilt…

0,07 Cent < 0,5 Cent

… dann sind entweder die Netzentgelte deutlich zurück gegangen (-0,43 Cent/kWh), oder der Kausalkette fehlt ein Glied.

Was in der aufgeführten Begründung nicht steht, dass die RWE Tochter Süwag selbst Netzbetreiber mit ihrer Verteilnetztochter Syna ist. Man hätte also den Kunden auch sagen können, dass die Verteilnetze mehr Geld brauchen.

Der Besitzstand ist gewahrt, so schaut für 2015 auch keiner mehr hin, was bei der Konzessionsvergabe eigentlich einmal als Bedingungen gegolten haben:

  • 30% Netzsicherheit
  • 25% Effiziente, preisgünstige und verbraucherfreundliche Versorgung

Aufarbeiten darf man dies alles in der Geschichtsstunde. Spannender ist es, den fehlenden Punkt zu finden, der hier preissenkend gewirkt hat. Zudem hat man als Letztverbraucher von Strom nur bei Kommunalwahlen einen Einfluss auf den Netzbetreiber.

Als Stromkunde kann man nach belieben den Stromanbieter wechseln. Diese sparen aktuell deutlich ein, da im Zuge der Energiewende die Brennstoffkosten für die Erzeugung von Strom zurück gegangen sind. Sonne und Wind stellen keine Rechnung – der Regen auch nicht – gerade Anbieter, mit einem hohen Anteil aus diesen Quellen spüren dies bei ihren Einkaufsbedinungen auf dem Contracting Markt (EEX, OTC,…). Konkurrenz führt dazu, dass diese verbesserten Bedingungen weitergeben werden an die Verbraucher. Auf diesen Märkten gibt es allerdings keinen EEG-Strom zu kaufen.

EEG-Strom wird an den Spot-Märkten (eigentlich dem Spot-Markt) gehandelt. Auf der Käuferseite treten hier die Verteilnetzbetreiber auf, da es sich um ein sehr kurzfristiges Geschäft (Day-Ahead, Intraday) handelt. Die am Spot-Markt günstigen Preise werden verursacht durch das Erneuerbaren-Energien-Gesetz, und entfaltet eine preisstabilisierende Wirkung auf die Netzentgelte. Im gleichen Zuge, wie die kosten in den Verteilnetzen durch schwankende Lasten steigen, fallen die Preise am Spot-Markt.

Wie soll man das bitte in zwei Sätzen schreiben?




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Energiepolitik | Strompreise

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