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Leitmedien zu Stromsperren: Gut informiert oder Meinungsmache im Auftrag?

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Leitmedien zu Stromsperren: Gut informiert oder Meinungsmache im Auftrag?

26.11.14  08:58 | Artikel: 962102 | Proteus Statement

Leitmedien zu Stromsperren: Gut informiert oder Meinungsmache im Auftrag?
Junge Frau schält Kartoffeln
während der Stromsperre
bei Kerzenlicht (ca. 1946)
Bild: Deutsche Fotothek
Am vergangenen Samstag veröffentlichte SPIEGEL ONLINE unter der Schlagzeile Bundesnetzagentur: Rund 345.000 Haushalten wurde der Strom gesperrt verschiedene Details aus dem im Dezember erscheinenden Monitoringbericht der Bundesnetzagentur. Warum liegt der Bericht dem Spiegel vor und was sollen die Zahlen denn belegen?

"Die Zahl der Stromsperren hat sich im vergangenen Jahr erneut erhöht." schreibt der Spiegel in der Einleitung.
"Eine erschreckend große Zahl von Haushalten in Deutschland bekommt keinen Strom mehr. ", schreibt DIE WELT kurz nach Erscheinen der Meldung im Spiegel.

Im folgenden gehen dann beide Artikel jeweils wieder auf die gestiegenen Strompreise ein, die staatlichen Anteile am Strompreis und - natürlich - die EEG-Umlage.

Doch was soll uns bitte die Zahl sagen?
345.000 Haushalte wurden abgeklemmt, weil sie ihre Stromrechnung nicht bezahlt haben. 23.000 mehr, als im Vorjahr.

Ist das jetzt viel? Spricht die Zahl für sich? Liegt das alles nur an den erneuerbaren Energien? ... Ich glaube das eher nicht.

Diese absolute Zahl mag ja schön klingen, aber es wäre doch schon schön, wenn man diese dann auch mit der absoluten Anzahl der Haushalte vergleichen würde. Ein prozentualer Wert vermittelt da vielleicht etwas weniger Panik und Handlungsbedarf.

Außerdem kennt man natürlich nicht die Hintergründe für solche Stromsperren oder Zahlungsrückstände. Sind das tatsächlich alles arme Menschen und Harz-IV-Empfänger, die lieber auf den Strom verzichten, als ein Brot zu kaufen? Antworten dazu sind in den Berichten keine zu finden. Lediglich der Spiegel redet noch von Sicherheitsvorschriften oder Stromdiebstahl.

Allein die Formulierungen "wachsende soziale Probleme", "Mahnverfahren " und "Drohungen" verbreiten eine negative Stimmung. Die Welt zitiert die Linke-Fraktionsvize Caren Lay, die Stromsperren für einen "Anschlag auf die Menschenwürde" hält.

Die Kosten für die erneuerbaren Energien sind zweifelsohne in den letzten Jahren gestiegen. Doch auch Staat und Industrie haben sich auf Kosten der einfachen Bürger mehr als bereichert. Doch bei solchen Meldungen stellt sich immer die Frage, warum zwei von den Leitmedien solche negative Stellung beziehen.

Geht es hier um eine Deutungshoheit? Um Stimmungsmache gegen die Erneuerbaren, die von unseren Wirtschaftseliten so gesteuert sind? Liegt deshalb dem Spiegel schon vor der Veröffentlichung der Bericht vor, damit die folgende Berichterstattung schon mal tendentiell voreingenommen ist?

Derzeit ist noch unklar, warum der Spiegel diesen Bericht besitzt. Offizielle Nachfragen bei der BNetzA ergaben ausschließlich, dass dieser nicht durch die Pressestelle herausgegeben wurde und jeder auf die offizielle Veröffentlichung warten müsse. Weitere Fragen wurden nicht beantwortet. (siehe hierzu auch den Artikel von Thorsten Zoerner: Medien: Führer der vierten Gewalt)

Entweder wurde der Monitoringbericht über persönliche Informanten weitergegeben, was bedeutet, dass die BNetzA nicht unbedingt loyale Mitarbeiter hat oder er wurde offiziell an linientreue Verlage und Journalisten weitergegeben, die das schreiben, was mit der Regierungsabsicht konform geht.

Eine offizielle Anfrage an den Spiegel-Redakteur Stefan Schultz blieb selbstverständlich unbeantwortet.


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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



1 Kommentar(e) zum Artikel.
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Robert Mittwoch, 26. November 2014 um 15:02

«Die Energiewende zum Sündenbock zu erklären, greift zu kurz», stellt Weinreuter klar.
«Das Problem der Energiearmut existiert schon wesentlich länger.»
Weder die Rentenerhöhungen haben mit den Energiepreissteigerungen Schritt gehalten noch der im Hartz-IV-Regelsatz enthaltene Stromkostenanteil und auch nicht die geringen Lohnsteigerungen vor allem im Niedriglohnsektor in den letzten Jahren.
Bereits seit 2005 sind die Strompreise für die Privathaushalte um etwa 40 Prozent angestiegen: http://www.energie-experten.org/...

Danke Robert für diese Zusatzinformationen.


Themenbereiche:

Energiepolitik | Strompreise | Medien

Schlagworte:

Leitmedien (2) | Stromsperren (2) | Meinungsmache (2) | Strompreise (62) | EEG (377) | Haushalte (17) | Zahlungsrückstände (2) | Journalismus (12)




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