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Reagiert der Strompreis auf Verknappung?

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Reagiert der Strompreis auf Verknappung?

29.11.14  12:00 | Artikel: 962120 | News-Artikel (Red)

Reagiert der Strompreis auf Verknappung?
Bild: greralt
Wenn das Angebot eines Gutes zurück geht, dann steigt der Preis (frei nach Ökonomisches Prinzip - Wikipedia).

In Kooperation mit Proteus-Solutions (Störfälle beta) und dem Berliner Institut Acror Pilum hat blog.stromhaltig die Einflussfaktoren auf den Spot-Markt Preis untersucht.

Im Falle von ungeplanten Nichtverfügbarkeiten fossiler Kraftwerke reagiert der Spot-Markt tatsächlich kurzfristig auf Preissignale, wobei die Marktphasen (Expansion, Kontraktion, Stagnation, Wiederbelebung) beobachtet werden können (vergl. Habeler,1937).

Preis Reaktion auf Verfügbarkeiten von Kraftwerken


Im Rahmen der sogenannten Urgent-Market-Messages veröffentlichen die Betreiber von großen Kraftwerken zur Stromerzeugung, wenn es zu ungeplanten Einschränkungen in der Verfügbarkeit kommt. In den vergangenen Monaten wurde von blog.stromhaltig ein deutlicher Anstieg der durchschnittlichen Einschränkung festgestellt. Einen Blick auf die Entwicklung des PHELIX in den vergangenen Wochen zeigt, dass dieser ebenfalls angezogen hat. Der PHELIX ist der Leitindex für die am Spot-Markt gehandelten Strommengen.



Spot-Markt
Der Spot-Markt ist lediglich ein Teil des gesamten Strommarktes. Klassisch werden dort untertägige Ausgleichenergiemengen gehandelt, wie er von Verteilnetzbetreibern und Direktvermarktern benötigt wird. Ein weiterer Akteur sind die Kraftwerksbetreiber selbst, die im Falle eines Ausfalls die bereits getätigten Lieferzusagen auf anderen Märkten erfüllen müssen.

Ein Spot-Markt ist ein Integrationsmarkt, da er reale Ereignisse mit den vertraglichen Zusagen verbindet. Betreiber für Deutschland ist die Strombörse EPEX-Spot mit Sitz in Paris.

Eine besondere Rolle bekommt die EPEX-Spot, da hier auch die Erzeugung aus EE-Anlagen verkauft wird. Im Gegensatz zu den anderen Marktteilnehmern ist bei EEG-Strommengen (Einspeisevergütung) der Handelsplatz im Gesetzt vorgeschrieben. Die Wahlfreiheit, wie sie bei den anderen Akteuren vorzufinden ist, entfällt.



Kurzfrist Entwicklung
“Die Benchmark-Analyse der ungeplanten Leistungseinschränkungen fossiler Kraftwerke hat gezeigt, dass es in Bezug auf diese Nicht-Verfügbarkeiten eine klar preisbildende Wirkung auf dem Spotmarkt gibt.”
(Kuhn, Institut Acror Pilum)

Kommt es zur ungeplanten Nichtverfügbarkeit eines fossilen Kraftwerkes, so muss der Betreiber an der EPEX-Spot die Ausfallmengen zukaufen. Wichtig ist, dass der Ausfall selbst nicht zur einer Veränderung der Angebotsmenge führt, sondern lediglich die Nachfragemenge vergrößert.

Das obere Diagramm legt für die ersten beiden Wochen des Oktober 2014 die gemeldete Tagesausfallmengen (Rot) mit dem Spotmarkt-Preis (Blau) übereinander.

Erkennbar im Schaubild ist, wie eine Nichtverfügbarkeit sofort als Signal für steigende Marktpreise erkennbar wird. Die Wiederverfügbarkeit sich jedoch bereits am Vortag preissenkend auswirkt. Grund hierfür ist, dass die Kraftwerksbetreiber immer einen Zeitraum mit angeben, in der die Nichtverfügbarkeit auftritt. Bei mehrtägigen Einschränkungen, ist den Marktteilnehmern somit bereits die Veränderungen des Marktvolumens bekannt.

Langfrist Entwicklung



Untersucht wurde ebenfalls, ob der Trend zur Zunahme der Nichtverfügbarkeiten eine Auswirkung auf die Preisentwicklung des PHELIX zeigt. Hierzu ist der 30-Tage Schnitt des PHELIX-Peak mit dem Schnitt der Leistungseinschränkungen parallel betrachtet worden.

Diese Analyse ergab keine signifikante Korrelation der Variablen. Welche Einflussfaktoren eine langfristige Preisbewegung zur Folge haben, ist Bestandteil einer Folgestudie.

Fazit
Da von den ungeplanten Nichtverfügbarkeiten ein kurzfristiger Impuls auf den PHELIX ausgeht, wird eine parallele Nutzung des Spot-Markts zur Integration von Stromerzeugung aus Erneuerbaren-Energien nicht empfohlen.

Zu einer erheblichen Marktverzerrung kommt es bislang, da der SPOT-Markt für fossile Kraftwerke ein Nieschenmarkt ist, bei den Erneuerbaren aus rechtlichen Gründen hingegen alternativlos ist. Ziel eines zukünftigen Strommarkt-Designs sollte daher eine Entkopplung von ungeplanten Nichtverfügbarkeiten und Vermarktungserlösen der EE-Erzeuger sein.

Das Grünstrom-Markt-Modell löst diese Herausforderung durch eine vollständige Entkopplung des EE-Stroms von der Börse. Beim Hybridstrommarkt wird ein Teil des EE-Stroms in den Bereich des Contractings/Terminmarkt verschoben.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Kapazitätsmärkte | EEG | Strompreis

Schlagworte:

Strompreis (217) | Verknappung (2) | Einflussfaktoren (5) | Spot-Markt Preis | Stromerzeugung (91) | Ausgleichenergiemengen | EPEX-Spot | PHELIX




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