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Kommentar: Bürgerenergiewende und dunkelgrüne Vergangenheit

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Kommentar: Bürgerenergiewende und dunkelgrüne Vergangenheit

03.12.14  12:05 | Artikel: 962131 | Proteus Statement

Kommentar: Bürgerenergiewende und dunkelgrüne Vergangenheit
Die Energiewende liegt in Bürgerhand
Bild: rspata
Bisher ist in den Köpfen der Menschen das Bild verankert, dass es auf der einen Seite die konventionellen Stromversorger gibt, denen auf der anderen Seite Solaranlagenbesitzer, Windradbetreiber und Öko-Aktivisten gegenüberstehen.

Die einen sind gut, die anderen böse - je nachdem auf welcher Seite man steht. Doch es gibt noch eine dritte Partei, die vielleicht auch mal öffentlich genannt werden sollte.

Über die traditionellen Stromversorger und ihre Geschäftsmodelle wurde schon viel geschrieben. Und auch über die Vor- und Nachteile des Ausbaus der erneuerbaren Energien, vorrangig z.B. über den in den letzten Jahren massiven Ausbau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen.

Als Flatterstrom bezeichnet der die öffentliche Meinung manipulierende Kollege Daniel Wetzel die Energie gerne, die aus solchen Anlage kommt. Doch gerade der Ausbau dieser Energieform hat die Energiewende in Deutschland auf den Weg gebracht.

Allerdings muss man sich auch mal am Beispiel der Solaranlagen genauer ansehen, was für Anlagen denn in den letzen Jahren (EEG-Anlagen seit 2009) gebaut worden sind:

AnlagengrößeAnzahl Anlagen
<= 25 kW ...813.085
> 25 kW ... <= 100 kW180.147
> 100 kW ... <= 1000 kW27.308
> 1000 kW ...2.875
   davon 
   > 5 MW451
   > 10 MW97

Hier merkt man schon deutlich, dass die Kleinanlagen dominieren. Anlagen unter 25 kW sind wohl zumeist in der Hand von privaten Eigentümern. Bau und Finanzierung laufen über Privatpersonen, die auch ihr eigenes Geld ausgeben.

Die Zahlen zeigen, dass 80% der gebauten Anlagen in Bürgerhand sind. Das macht die Bürgerenergiewende eben aus.

die «dunkelgrüne» Vergangenheit ...

Doch der kleinere Teil - die 451 Anlagen über 5 MW - sind es, die es genauer zu betrachten gilt. Diese stellen anteilig ca. 13% der installierten Anlagenleistung dar und sind Großanlagen, die von sog. institutionellen Anlegern finanziert wurden. Dahinter stecken dann Banken, Versicherungen, Fonds und Investementbanker.

Die jedoch genießen in Deutschland auch nicht gerade dem besten Ruf, teilweise zu Recht. Zum einen können nur solche Großanleger Anlagen in diesen Dimensionen bauen. Hier stehen Summen im Raum, die der Bürger sonst nur aus politischen Kreisen zu hören bekommt. Anlagenpreise von 300 Millionen Euro und mehr waren in den letzten Jahre keine Seltenheit.

Doch wer beruflich solche Summen - und man beachte Fremdgeld! - ausgibt, der will auch was daran verdienen. Das ist durchaus legitim. Doch während sich schon damals die zinsen auf dem privaten Sparbuch gegen Null bewegten, wollten und konnten sich die Investoren mit dem Bau von PV-Großanlagen eine goldene Nase verdienen. Da gin es ausschließlich um Rendite. Alles unter 12 Prozent war völlig indiskutabel. Und hätte man dem einen oder anderen Fondsmanager als Alternative ein neues Atomkraftwerk geboten - mit 0,5 Prozent mehr Rendite, dann wäre die Solaranlage ganz schnell vom Tisch gewesen.

Hier hatten und haben wir es nicht mit Leuten zu tun, die die Energiewende unterstützen wollten. Hier ging es ausschließlich ums Geschäft und teilweise über Leichen, wenn man das mal so blumig sagen darf. Nicht selten wurden die ausführenden Baufirmen gezwungen Termine einzuhalten um sich noch die höhere Einspeisevergütung sichern zu können, obwohl die Bauzeit schon sehr knapp war.

Da wurden dann auch schon mal Prüfer bestochen oder Gutachten gefälscht. Hauptsache, die Rendite passte. Und Anlagen wurden da gebaut, wo es Platz gab; vorrangig im Osten Deutschlands. Eine Absprache mit den Netzbetreibern gab es nicht. Die waren ja verpflichtet den Strom abzunehmen. Nicht das Problem des Anlagenbetreibers ...

Das ist vielleicht die eher «dunkelgrüne Seite» der Erneuerbaren Energien. Es war die sog. Goldgräberzeit der Solarbranche. Es wurden Millionen verdient und Gewinne wurden mit vollen Händen ausgegeben. Viele Unternehmen hat die Pleitewelle dahingerafft, weil sich ihre Geschäftsmodelle nicht als nachhaltig erwiesen und ein paar versuchen jetzt z.B. durch den Verkauf von LED-Lampen ihre Zukunft sicherzustellen.

Die Investoren sind weitergezogen auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, aber der Imageschaden und die teilweise schlecht geplanten Standorte, die zu regionalen Überkapazitäten führten, bleiben in politischen Kreisen immer noch in Erinnerung.


Wir Bürger werden in Zukunft dafür sorgen, dass die Energiewende weitergeht. Die Zahlen belegen jeden Monat, dass weiterhin Solaranlagen gebaut werden. Zwar nicht mehr in dem Maße wie früher. Doch allein im Oktober 2014 haben die Privatkunden wieder knapp 5.000 Anlagen auf ihre Häuser montiert.

Vor einem Jahr waren es fast doppelt so viele Anlagen, doch die Entwicklung wird vielleicht langsamer, doch wir nicht mehr aufzuhalten sein.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



1 Kommentar(e) zum Artikel.
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Rainer Donnerstag, 4. Dezember 2014 um 10:49

Erst mal vielen Dank für diese Aufschlüsselung der Betreiber von PV-Anlagen in D und auch für die weiterführende grafische Auswertung „was für Anlagen“. Es ist schwierig (jedenfalls aus meiner Sicht) derartige Hintergrundinformationen zu finden. Daraus lassen sich aber wiederum zutreffende Schlüsse ziehen, die durchaus bei notwendiger Argumentation nützlich sein können.

Wenn also knapp 40% der PV-Kapazität (2010) tatsächlich auf privaten Dächern installiert waren, ist zumindest bei diesem Teil der Stromproduktion sicher, dass diese „Ströme“ ausschließlich in Ortsnetzen fließen. 20 bis 30 Prozent davon „verlassen niemals den Bereich der eigenen vier Wände“.

Sicher, juristisch kommt dieser eigene PV-Strom bei den „Volleinspeisern“ (die überwiegende Anschlussform) über den Bezugszähler des O-Netzbetreibers, physikalisch geht (fließt) dieser Anteil niemals über den Hausanschlusskasten hinaus. „Berührt“ in keiner Weise die eigentlichen Niederspannungsnetze und erst recht nicht Mittelspannung- oder gar Hochspannungsnetze. Was von der sog. „Volleinspeisung“ übrigbleibt verteilt sich problemlos und praktisch ausschließlich im O-Netz. Die Rückwirkungen können über "regelbare Ortsnetztransformatoren" aufgefangen werden. Was dann je nach O-Netz 3 bis 4 mal mehr PV-Anlagen zulassen würde, falls sich der neue private PV-Sektor nicht ganz auf "Inseln" zurückzieht.

Wenigstens ein Teil der übrigen deutschen PV-Leistung fällt sicher unter vergleichbare Bedingungen...


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Photovoltaik | Korruption

Schlagworte:

Bürgerenergiewende (8) | Solaranlagenbesitzer | Windradbetreiber | Öko-Aktivisten | Vergangenheit | Bestechung (2) | institutionelle Anleger | Rendite (6)




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