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Marktstammdatenregister - Der MaStR Plan

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Marktstammdatenregister - Der MaStR Plan

04.12.14  09:17 | Artikel: 962139 | News-Artikel (Red)

Marktstammdatenregister - Der MaStR Plan«Mit dem Marktstammdatenregister (MaStR) soll ein umfassendes behördliches Register des Strom- und Gasmarktes aufgebaut werden, das von den Marktakteuren genutzt werden kann.

Viele behördliche Meldepflichten könnten durch die zentrale Registrierung zukünftig vereinheitlicht, vereinfacht oder ganz abgeschafft werden; hierzu sind noch gesetzgeberische Arbeiten notwendig.

Je nach Berechtigung sollen die verschiedenen Marktakteure auch auf Daten anderer Akteure zugreifen können, unter Umständen müssten die Daten von den Dateninhabern hierzu freigegeben werden. »
(Quelle BNetzA)

Die Bundesnetzagentur führt an, dass im Marktstammdatenregister die bestehenden Register (PV-Meldeportal, Anlagenstammdaten, … ) zusammengefasst werden. Aktuell sind die Akteure der Stromwirtschaft zu einer Diskussion über die Ausgestaltung eingeladen.

Von den Treffen mit den Lobby-Gruppen, die im November stattgefunden hatten, sind bislang keine Ergebnisse veröffentlicht worden. Zur Auswahl der eingeladenen Interessenvertreter schreibt die BNetzA:

“Zur Teilnahme sind alle die in der Energiewirtschaft tätigen Personen und Organisationen eingeladen.”

Eine Vertretung für etwa 99,9% der in der Energiewirtschaft tätigen Akteure – den Stromkunden – fehlt leider eine Interessenvertretung in der Liste derer, die um Beteiligung gebeten wurden.

Fehler in den Stammdaten haben weitreichende Folgen. Planung des Netzausbaus, Verrechnung von Leistungen, usw… – alle Geschäftsprozesse der Versorger und der Netzbetreiber bekommen ein Fragezeichen, wenn die Richtigkeit der Stammdaten nicht gewährleistet wird.
(blog.stromhaltig im Februar 2014)

Die Stammdaten und Register der Bundesnetzagentur sind wichtiger Bestandteil der Markttransparenz. Viele Beiträge in diesem Blog könnten ohne Stammdaten nicht entstehen. Es ist bekannt, dass etliche Medien bei ihrer Hintergrundrecherche auf die Ausarbeitungen zurückgreifen.

Welche Marktstammdaten sind hilfreich?
Ziel der Markttransparenz sollte es sein, dass ein Ausstehender auf Basis einer verlässlichen Datenquelle ein Lagebild bekommen kann. Dafür ist es notwendig, dass die Gültigkeit überprüfbar ist – ohne Betriebsinterna oder persönliche Daten – offen zu legen.

Die bisherigen Stammdaten lassen dies im Prinzip bereits zu, jedoch eine Überprüfung von Proteus-Solutions und blog.stromhaltig im Julie 2014 gezeigt, dass die Datenqualität aktuell eher dürftig ist. In einem Vergleich wurden die PV Anlagenstammdaten der Übertragungsnetzbetreiber mit den Daten des PV-Meldeportals der BNetzA verglichen. Aus Basis vom Jahr des Netzanschlusses und der verbauten Anlagengröße wurde geprüft, ob die Listen im Jahre 2012/2013 identische Inhalte zeigen.

Ergebnisse (Auzug)
In einem Ort wurden in der BNetzA Liste 143 Anlagen aufgenommen, auf der Liste des zuständigen Übertragungsnetzbetreibers waren es 167 Anlagen. Wobei lediglich bei 114 Anlagen eine Übereinstimmung festgestellt werden konnte.

Eine abgeleitete Aussage wie zum Beispiel die Entwicklung der Einspeisevergütung ist somit nur hinreichend genau. Diese werden allerdings durch die Agentur monatlich veröffentlicht und dienen auch als Grundlage für politische Entscheidungen.

Datenformate
In der Energiewirtschaft werden die unterschiedlichsten Formate zur Bereitstellung von Daten verwendet. Bei der Transparenz-Plattform der Strombörse EEX kommt zum Beispiel Flash zum Einsatz. Die 1,2 Millionen PV-Anlagen wurden lange Zeit in Excel Listen gepflegt, manchmal gibt es CSVs. Bei den Netzbetreibern gibt es besondere Schmankerl in Form von Tabellen in PDF-Dokumenten. Modern ist das alles nicht. JSON Query, XML, SOAP – technologisch gibt es einiges an Formaten, die man verwenden könnte. Es möglichst schwer zu machen, die Daten auszuwerten, verhindert Transparenz.

Bei einem Marktstammdatenregister ist der Wunsch nach gebräuchlichen Datenformaten zur Auswertung noch höher, da nur so tatsächlich eine Information über den Markt erschlossen werden kann.

Kenngrößen und ihr Nutzen
Die aktuellen Anlagenstammdaten enthalten nur wenige Informationen, die tatsächlich für den Markt als solcher relevant sind . Kapazität, Jahr des Netzanschlusses, dessen Ebene, die Anschrift und der Betreiber. Mit dem Aufkommen der Diskussion um ein zukünftiges Marktdesign sollte ein Register über Anlagen der Stromerzeugung marktdienlich sein.

Kenngrößen zur Flexibilität
Thermische Kraftwerke haben ein Spektrum, in dem diese wirtschaftlich betrieben werden können und ein Spektrum, in dem sie tatsächlich betrieben werden. BioGas 24 Stunden am Tag zu verfeuern, macht zum Beispiel wenig Sinn. Bei den sogenannten Re-Dispatches sind erhebliche Marktverfälschungen erkennbar, da Rampen zur Inbetriebnahme nicht prognostiziert werden können (vergl. “Unterschiedlich volle Gläser im Schattenmarkt der Regelenergie“).

Redispatch Aufkommen
Der Standortnachteil von einigen Kraftwerken wird nachweislich über sogenannte Re-Dispatches netzseitig gelöst. Die Mengen sollten parallel zu den Erzeugungsanlagen angegeben werden, damit es nicht künstlich zu einer Verfälschung der Wirtschaftlichkeit kommt.

Kennzahl zur Jahresarbeit
Bei einem Wert von über 20% der ungeplanten Nichtverfügbarkeiten, wie sie in den letzten Monaten beobachtet werden konnte, ist es hilfreich, wenn man nicht nur die Kapazität und die theoretischen Volllaststunden kennt, sondern auch die tatsächliche Jahresarbeit. Gerade bei der Bewertung eines Portfolios von Anlagen ist diese Information unerlässlich. Parallel sollte eine Angabe zur Jahresarbeit auch bei den Windkraftanlagen und den Wasserkraftanlagen erfolgen.

Erzeugungsprofil
Für jede Anlage zur Stromerzeugung sollte bekannt sein, nach welchem Einspeiseprofil diese Anlage gefahren wird. Für Windkraftanlagen und PV ist dies von der Natur gegeben. Dank der Regelbarkeit einiger Anlagen und dem aktiven Management (Betrieb) sind allerdings auch hier unterschiedliche Facetten erkennbar. Für thermische Kraftwerke sollte bekannt sein, ob diese eine feste Kennlinie fahren, oder zum Beispiel im Lastgangfolgebetrieb operieren.

Martkdaten
Letztendlich handelt es sich um ein Register für Marktdaten. Deshalb ist es elementar wichtig, dass die Akteure erkennen können, in welche Mengen der Erzeugung auf welchen Märkten platziert werden. Real kann nur über diese Angabe eine Überprüfung des Verbotes zur Doppelvermarktung stattfinden. Mögliche Werte sind hier:
  • EPEXSpot
  • EEX (Terminmarkt)
  • OTC

Diskussionsfragen
In der Konsultierung stellt die Bundesnetzagentur einige Fragen zur Diskussion.

Von welchen weiteren Marktakteuren sollen im MaStR zu welchem Zweck die Stammdaten registriert werden?

Verlässliche Aussagen zu einem Markt können nur getroffen werden, wenn alle Akteure innerhalb der Wertschöpfungskette der Stromlogistik registriert sind. Der Detaillierungsgrad kann natürlich nach Relevanz für den Gesamtmarkt bestimmt werden.

Erfolgt keine umfassende Registrierung, so besteht die Gefahr, dass mit dem Ausscheiden der ersten Anlagen aus der garantierten Einspeisevergütung (EEG) im Jahre 2022ff keine verlässlichen Aussagen über die Erzeugung erstellt werden kann.

Welche akteursbezogenen Stammdaten sollen jeweils im MaStR registriert werden? Für welche Zwecke ist die Erfassung erforderlich?

Die Stammdaten können den Ausführungen von oben entnommen werden. Generell ist es wichtig dem einzelnen Nutzer des MaStR zu auf Anlagenebene zu erkennen, was die Bedeutung dieser Anlage für den Gesamtmarkt ist. Bei Privatpersonen kann natürlich eine Anonymisierung auf Basis der Postleitzahl erfolgen.

Welche weiteren Anlagen sollen im MaStR zu welchem Zweck registriert werden?

Im Zuge der Flexibilisierung der Stromerzeugung und dem Aufkommen des sogenannten Demand-Side-Managements sollten neben den Erzeugungsanlagen auch Entnahmestellen registriert werden, die keinem Standardlastprofil folgen. Diese Forderung erfolgt auch mit Blick auf den wachsenden Markt der negativen Ausgleichenergie.

In welchen Fällen müssen anlagenbezogenen Stammdaten als vertraulich eingestuft werden und welche Gründe bestehen für die Vertraulichkeit?

Sobald personenbezogene Daten erhoben werden, sind diese als vertraulich einzustufen. Bei gegebenen Anhaltspunkten sollte es allerdings möglich sein, zu einem Datensatz den Verantwortlichen ermitteln zu können. Bislang wird dies über die Angabe der Zählpunktnummer geregelt – dieses Verfahren sollte auch zukünftig ausreichend sein.

Berechtigungsmanagement
Um den Verwaltungsaufwand möglicht gering zu halten, sollte jeder jeder Akteuer selbst für die Aktualität seiner Daten verantwortlich sein. Sichtbar sind diese (ohne Einschränkungen) für alle Marktteilnehmer im gleichen Umfang. Hierbei gilt der Letztverbraucher als Akteur im Markt.

Praxis trifft Theorie
Bei den Energiebloggern und im Speziellen bei blog.stromhaltig wurde in den letzten Jahren sehr viel Arbeit in die Auswertung und Analyse der bestehenden Stammdaten gesetzt.. Dabei sind bei allen Modellen Fehler aufgefallen, die zum Teil weitreichende Konsequenzen haben. In der Praxis ist die Verlässlichkeit der Datenpflege wichtig für jede Form der Aggregation.

Daten werden durch Verknüpfung von Zeichen gemäß syntaktischer Regeln gebildet. Werden die Daten – semantischen Regeln folgend – interpretiert, entsteht Information. Auf der pragmatischen Ebene kann Wissen “durch Vernetzung von Information mit dem Kontext”
[Hasenkamp, Roßbach 1998, 957]

Alle Energieblogger haben als Ziel die Verbreitung von Wissen zur Energiewende in Deutschland.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Energiepolitik | Datenmanagement

Schlagworte:

Marktstammdatenregister | MaStR | Strom (842) | Meldepflichten | Registrierung (2) | Marktakteure (2) | BNetzA (33) | Interessenvertretung (3)




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