Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Hybridstrommarkt - Ein Markt-Modell für die Zukunft?

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Hybridstrommarkt - Ein Markt-Modell für die Zukunft?

10.12.14  10:00 | Artikel: 962157 | Proteus Fach-Artikel

Hybridstrommarkt - Ein Markt-Modell für die Zukunft?
Basisbild: geralt
Aktuell liest man viel über das sog. Hybridstrommarkt-Modell. Doch was verbirgt sich dahinter eigentlich so richtig? Und wie soll das Ganze funktionieren? Ein paar Antworten.

Allein bei dem Begriff Hybridstrommarkt-Modell wird nicht gleich klar, was damit gemeint ist. Rein vom griechischen hýbris bedeutet Hybrid «Übermut» oder «Anmaßung». Das lateinische hybrida wird mit «Bastard», «Mischling» oder «Frevelkind» übersetzt. Und hier kommt man der Sache ein wenig näher:

Allgemein versteht man in der Technik unter Hybrid ein System, bei welchem zwei Technologien miteinander kombiniert werden.

Bei Fahrzeugen ist dieser Technologiemix schon länger bekannt. Hybridfahrzeuge vereinen den klassischen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb.

Bei Hybridstrommarkt-Modell (HSM) ist die eine Technologie, der traditionelle Hausanschluss, so wir ihn seit Jahrzehnten kennen. Hierbei wird mit einem Stromanbieter ein Vertrag geschlossen und dieser ist dann exklusiv einem Anschluss (Zählpunkt) zugeordnet.

Dieses System ist entsprechend unflexibel, da es bis dato noch keine variablen Stromtarife gibt. Außerdem ist per Gesetz bislang nur ein Anbieter möglich.

Das HSM setzt jetzt auf die bestehende Infrastruktur auf und bringt die Möglichkeit ins Spiel, sich auch noch von anderen Anbietern mit Strom versorgen zu lassen.

Stromwertkarte HybridstrommarktStromwertkarte HybridstrommarktStromwertkarte Hybridstrommarkt


Dafür erwirbt der Kunde eine Stromwertkarte, die letztendlich nichts anderes ist, wie eine Art Aktie. Diese stellt dann eine Beteiligung an einem Kraftwerk mit dem aufgedruckten Nennwert dar. Die Ausgabe erfolgt dabei zu einem - vom Anlagenbetreiber - festgesetzten Preis.

Hat der Kunde diese Beteiligung erworben, so muss er diese seinem Messstellenbetreiber (MSB) mitteilen. Dies könnte über ein Internetportal erfolgen.
Nach erfolgter Registrierung erhält der MSB jetzt die Datenreihen sowohl des Kundenzählers, als auch die Daten der produzierenden Anlage, an der der Kunde beteiligt ist. Dabei sind die übermittelten Beträge schon auf die Höhe der Beteiligung runter gebrochen. Der Strombezug vom Versorger reduziert sich damit um den Anteilswert der Anlage.

Der MSB übermittelt dann wie gewohnt die Daten an den Energieversorger des Kunden, der beide Werte abrechnet.

Ein vereinfachtes Beispiel zu Berechnung:



Eine Solaranlage mit eine Nennleistung von 10 kWp bietet Beteiligungen im Hybridstrommarkt an. Ein Kunde beteiligt sich mit 2 kWp an der Anlage.
Mittags um 13:00 Uhr bezieht der Kunde (blaue Kurve) eine Leistung von 4.918 W. Die 10kW-Anlage leistet um diese Zeit 6.600 Watt (hellgelbe Kurve).
Der Kundenanteil an dieser Anlage beträgt 20%. Damit gehören dem Kunden zu diesem Zeitpunkt 1.320 W (orange Kurve).

Der Strombezug aus dem Netz teilt sich nun auf in den EVU-Anteil - Differenz zwischen Bezug und Anlagenanteil (rote Kurve) - und dem Hybridanteil seiner Beteiligung. Aus beiden Leistungswerten werden (durch den MSB) die entsprechenden Lastgänge erfasst und über die Zeit integriert. Daraus ergibt sich dann die verbrauchte Energie, die jeweils mit zwei verschiedenen Arbeitspreisen berechnet wird.

So könnte der EVU einen Arbeitspreis von 29 Cent pro kWh berechnen und der Anlagenbetreiber hingegen nur 12 Cent. Die Kosten-Reduktion liegt damit auf der Hand.


Der Energieversorger des Kunden wird dabei zur Inkassostelle des Anlagenbetreibers, denn dieser leitet die bezahlten Beträge weiter. Das Szenario ist vergleichbar mit dem Telekommunikationsmarkt.

Der Pre-Selection-Anbieter (bei vielen noch die Telekom) berechnet alles, was am Anschluss passiert. Verwendet der Kunde für eine Reihe von Gesprächen einen Call-by-Call-Anbieter, so werden diese Gespräche mit einem anderen Tarif berechnet. Die Telekom kassiert diese Beträge vom Kunden und leitet diese an den Fremdanbieter weiter. Im Hybridstrommarkt funktioniert das nach dem gleichen Prinzip.

Aber auch sonst dürfte die Grafik ein Wiedererkennungspotential haben, denn die Kurven für PV-Eigenverbrauch sehen genau gleich aus, denn es ist ja auch nichts anderes. Der Unterschied liegt nur darin, dass die Anlage eben nicht auf dem eigenen Dach ist, sondern räumlich getrennt und dass es auch mehr als eine Beteiligung geben kann. Denkbar ist in diesem Modell auch die Integration von Speichersystemen.

Das Beteiligungsmodell ist damit auch vergleichbar mit dem einer Energiegenossenschaft oder - wenn die Anteile sogar vor dem Bau der Anlage verkauft werden - mit dem klassischen Crowdfunding.

Für den MSB bedeutet dies nur eine kleine Erweiterung des sog. Bilanzkreises (Energiemengenkonto) für seinen Kunden.

Damit hat der Bürger die Möglichkeit, aktiv seinen Strommix zu verändern und von mehr als einem Anbieter Strom zu beziehen.

Ein Modell mit Zukunft? - Schreiben Sie uns Ihre Meinung!


Weitere Infos auch auf hybridstrommarkt.de/




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



2 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben

Jörg Rummeni Freitag, 30. Januar 2015 um 14:37

Guten Tag,
das ist doch eine Milchmädchenrechnung. Die o.g. 12 Cent sind reine Erzeugungskosten. Die 29 Cent Erzeugungskosten, NNE, und Steuern&Abgaben. Mindestens die NNE müsste der Kunde noch zahlen. Eventuell könnte man argumentieren das aus den Steurn und Abgaben die EEG wegfällt, da der Anteil direkt vermarktet wird. Die anderen Anteile in Steuern und Abgane sind aber je Kilowattstunde fällig.
Dazu wird sich der EVU-LIeferant die unsichere Belieferung bezahlen lassen. Sprich morgen keine Sonne also volle Lieferung durch das EVU, und umgekehrt. Die Planungssicherheit des Ansatzes ist schwieriger. Wenn das EVU den Kunden die 2 kWh abschalten kann (Begrenzung des Verbrauchs), dann mag das gehen. Aber welcher Kunde will das??
Das Modell ist so nicht alltagstauglich, weil die Risiken einseitig auf den EVU-Lieferanten gewälzt werden, während der PV-Strom-Lieferant nurbei Erzeugung Geld bekommt und ansonsten keine Verpflichtung eingeht.
In diesem Zusammenhang wäre auch denkbar der PV-Lieferant sichert seine Nichtverfügbarkeit ab und kauft den Strom zu für den Kunden.
Am Ende kommt kein wesentlich günstiger Preis heraus, wenn überhaupt.

Schöne Idee aber unrealistisch
Beste Grüeß
Jörg Rummeni

Thorsten Zoerner Montag, 2. Februar 2015 um 07:48

Hallo Herr Rummeni,

leider haben Sie nur einen Teil des Konzeptes gelesen, welches Sie zum Beispiel im Buch finden. Dort ist beschrieben, wie es sich mit den NNE verhält und wie diese in einem HSM als Mietzins umgelegt werden.

Gruß,
Thorsten Zoerner


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Kapazitätsmärkte | Netze

Schlagworte:

Hybridstrommarkt (22) | HSM (2) | Hausanschluss (2) | Beteiligung (11) | Messstellenbetreiber (8) | Strombezug (7) | Bilanzkreis (10) | Crowdfunding (6) | Energiegenossenschaft (12)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@962157







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

aktuelle Informationen an Ihre Zielgruppe verschicken?
Newsletter Server V3: einfach, schnell, günstig!
13.10.16 | Artikel: 970089
EEG-Umlage steigt: Handwerkstag sieht Akzeptanz der Energiewende auf der Kippe

Die EEG-Umlage steigt erneut auf Rekordniveau, kein Ende der Kostenspirale in Sicht. Angesichts der für Freitag angekündigten Bekanntgabe der Erhöhung übt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold drastische Kritik…

18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

Sie suchen nach speziellen Lösungen?
Wir helfen gerne weiter...
7.2.17 | Artikel: 980004
Bundesbürger wünschen sich innovative Strom-Angebote

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden. …

22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.

Besser im Netz gefunden werden.
Optimieren Sie jetzt Ihre Website!
29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.