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Wetzels Welt - oder: Warum haben wir die großen Stromkonzerne nicht mehr lieb?

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Wetzels Welt - oder: Warum haben wir die großen Stromkonzerne nicht mehr lieb?

11.12.14  11:55 | Artikel: 962174 | Proteus Statement

Wetzels Welt - oder: Warum haben wir die großen Stromkonzerne nicht mehr lieb?Es gibt einen neuen Wetzel auf welt.de. Diesmal in der Kombi mit Michael Gassmann.

Beim Lesen kommen einem fast die Tränen, auch deshalb, weil wir Bürger nach Meinung der Autoren keine Ökonomische Rationalität walten lassen, wenn es um die Verurteilung der Stromkonzerne geht. Da haben sie nicht unrecht.

Strom im Wert von 43 Milliarden Euro hat Stefan Judisch, Chef von RWE Supply and Trading im letzen Jahr gehandelt. Dieser Stromhandel sei dafür verantwortlich, dass der Strom in den letzten Jahren nicht noch teurer geworden ist. Die Wandlung des Energiemarktes in dezentrale Strukturen und das Abschaffen großer Kraftwerke wäre unökonomisch und führe ggf. zu Preissteigerungen.

Nun, das mag sein. Die Abschaffung zentraler Großkraftwerke ist Wetzel und Co. immerhin ein Dorn im Auge. Natürlich können Großkraftwerke billiger produzieren, aber es geht nicht immer um billig. Letztendlich steht das Volk hinter der Energiewende und ist - aktuelle Umfragen belegen das - auch bereit dafür zu bezahlen.

Die reine Begründung über Kosten ist also eher unsinnig. Die Deutschen wollen keine Abhängigkeit mehr von Großkonzernen, sondern tatsächlich Hunderte von Kleinkraftwerken - auch wenn dafür der Strompreis steigt.

Energieblogger: Energiewende ist ZukunftNur Ökonomie als Begründung anzuführen ist nun wirklich reine Polemik. Stefan Judisch - auf dem Artikelbild erscheint er als lächelnder Mitvierziger mit Bauchansatz und Anzug - gibt vermutlich für diesen Anzug mehr aus, als ein durchschnittlicher Familienvater pro Monat verdient. Das ist nicht ökonomisch. Ökonomisch wäre es, wenn das Tuch von Clemens und August Brenninkmeijer kommen würde.

Dazu kommt, dass gerade solche Börsenjungs in der Regel den Hals nicht vollkriegen, wie die Krisen in den letzten 50 Jahren belegen (da gibt es bestimmt auch Datenblätter).

«Gier frisst Hirn» ist auf dem Parkett weit verbreitet und findet in der Bevölkerung kaum mehr Freunde. Und ökologische Begründungen zählen ja sowieso nicht.

Zum Thema E.ON schreiben die Autoren:

«... schien es niemanden groß zu interessieren, dass Deutschland gerade seinen einzigen Energiekonzern von internationaler Ausstrahlung verloren hatte. Der Konzern möge bitte noch seine Atomkraftwerke ordentlich entsorgen, ansonsten dürfe er gerne gehen: Das war die allgemeine Stimmungslage, wie sie sich in dieser Woche in Online-Foren und Zeitungskommentaren ausdrückte.
Dass die Stromkonzerne eine solche Behandlung verdient haben, ist fraglich: Mit Ihrer Einkaufsmacht und dank der enormen Effizienzpotenziale ihrer Trading Floors konnten die großen Energieunternehmen die deutsche Volkswirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten stabil und zu international wettbewerbsfähigen Preisen mit Elektrizität versorgen.»


Genau. Prima ausgedrückt und mir kommen gleich die Tränen, dass E.ON sich durch die Energiewende ein anderes, unökonomisches Geschäftsfeld suchen muss.

Der letzte macht dann aber bitte das Licht aus, wegen teuer und so.

Leukaemie





Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



2 Kommentar(e) zum Artikel.
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Bert Robel Donnerstag, 11. Dezember 2014 um 21:37

Hallo Herr Kuhn,

Ihr Kommentar zeugt von völligem ökonomischen Unwissen und totaler öko-ideologischer Verblendung.
Das ein Kernelement der Energiewende, die CO2-Einsparung, völlig gescheitert ist, können Sie im Zeitungsinterview von Frank Drieschner mit Patrick Graichen (Leiter Thinktank Agora Energiewende) vom 4. Dezember 2014 in der Printausgabe der Zeitung "Die Zeit" nachlesen
(auch auf ZeitOnline verfügbar: Klimawandel – Schmutziger Irrtum).

Bei der Energiewende geht es der Regierung nur noch darum nur noch die Blamage in Grenzen zu halten.


Hallo Herr Robel,

vielen Dank für die Blumen. Den Artikel in der Zeit habe ich durchaus zur Kenntnis genommen und mit den Aussagen kann ich sogar leben, aber um diese Thematik ging es ja in diesem Zusammenhang gar nicht.

Mein völliges ökonomisches Unwissen hat mir in den letzten 15 Jahren gereicht, gut zu leben und ein Unternehmen zu führen. Aber meine öko-ideologische Verblendung sagt mir eben, dass ich durchaus für mich selbst entscheiden kann, ob ich für Dinge bereit bin Geld auszugeben oder nicht. Wo steht denn bitte geschrieben, dass ihre Ökonomie über allen Dingen schwebt und immer richtig ist?

Geben Sie Geld auch manchmal ökonomisch unsinnig aus? Meine Verblendung sagt mir jedoch auch - wie geschrieben - dass die reinen Ökonomen bisher viel Chaos im Bereich der Weltwirtschaft verbrochen haben. Da könnte ich ihnen mit Sicherheit auch eine Liste von Links zusammenstellen.

Jeder Artikel von Wetzel ist in der Tonart geschrieben, dass die großen Vier unbedingt geschützt werden müssen... und möglichst viel Braunkohle durch den Kamin gehen muss; weil das ja billig, sorry ökonomisch sinnvoll ist. Das sehe ich öko-ideologisch verblendet eben anders.

Und Graichen - mal abgesehen von der undurchsichtigen Rolle der Agora (Auftraggeber, Finanzierung) - hat zumindest mal den Mut aufgebracht seine fehlerhafte Einschätzung zuzugeben.

Bert Robel Freitag, 12. Dezember 2014 um 08:16

Hallo Herr Kuhn,

selbstverständlich steht es Ihnen völlig frei selbst darüber zu entscheiden, wofür Sie Ihr Geld ausgeben.

Allerdings ist es für mich völlig inakzeptabel, dass Menschen Ihrer ideologischen Überzeugung mit dem EEG und der darin enthaltenen EEG-Zwangsumlage ein Instrument geschaffen haben, mit dem im Zeitraum von ca. 2000-bis 2032 nur dafür 350 Millarden € von normalen Stromkunden und nicht priveligierten Gewerbe-, Industrie- und Handelskunden an EE-Anlagenbetreiber, EE-Anlagenhersteller und -warter, Projektbüros, Gutachter/Sachverständige und ganz besonders Kredit gebende Banken sowie den steuerabkassierenden Staat umverteilt werden.

Das ist mehr als die Deutsche Einheit bisher gekostet hat. Auch ich möchte in diesem Bereich frei über mein Geld entscheiden können und nicht von Ideologen zwangsverpflichtet werden.

Es ist mir klar, dass dieses Interview den EE und alles was damit verbunden ist wesentlichen Boden unter den Füßen wegzieht und man es daher ignoriert. Ihr Problem mit Wetzel ist, dass der Mann auf Grund der technisch-naturwissenschaftlichen und ökonomischen Gesetzmäßigkeiten schlicht Recht hat.

Allerdings richten die Leute, die ökonomisch und technisch-naturwissenschaftlich keine Ahnung haben und schon gar nicht die Wechselwirkungen erfassen können dafür aber ideologisch absolut überzeugt sind, derzeit das allergrößte Chaos in Deutschland an.
Damit EE-Sinn macht braucht man ein Universum, in dem andere Gesetzmäßigkeiten gelten.


Guten Morgen Herr Robel!

Gerade noch bei Herrn Rüfer, dann bei mir. Ist wohl die morgentliche Kommentar-Tour...

Nun, danke, dass ich selbst über mein Geld entscheiden darf.

Aber - korrigieren Sie mich, wenn ich mit meiner idiologischen Verblendung nicht mehr richtig denken kann -, wenn nach Ihrer Meinung Menschen mit ideologischen Überzeugungen das aktuelle EEG geschaffen haben, wer zum Geier hat die dann gewählt?

Sie nicht, schon klar. Heißt aber auch, dass Sie politisch unzufrieden sind und die (zugegeben nur auf dem Papier definierte) Demokratie nicht anerkennen. Wenn Sie denn nicht von "Ideologen zwangsverpflichtet werden" wollen, sollten Sie vielleicht auswandern.

Die staatlichen Probleme die Sie kritisieren trage ich zum Großteil mit; insbesondere die Mentalität des Abkassierens ist wohl politische Kultur.

Mit Herrn Wetzel habe ich nur insoweit ein Problem, dass - habe ich mir von Leuten sagen lassen, die ökonomisch und technisch-naturwissenschaftlich mehr im Kopf haben als ich - er teilweise Behauptungen aufstellt, die sich faktisch als falsch herausstellen oder einen falschen Eindruck erzeugen. Das ist eben manipulativ oder sogar gelogen und das hat dann mit Ideologie eher weniger was zu tun.

--- Thread closed ---


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Unternehmen

Schlagworte:

Wetzel (6) | Stromkonzerne (13) | Stromhandel (17) | Großkraftwerke (5) | Ökologie (2)




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