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Von Lobbyismus, Hirnproblemen und Volksverdummung

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Von Lobbyismus, Hirnproblemen und Volksverdummung

08.01.15  09:45 | Artikel: 962249 | News-Artikel (Red)

Von Lobbyismus, Hirnproblemen und VolksverdummungBloggerkollege Kilian Rüfer hat die Tage einen interessanten Artikel über Lobbyismus geschrieben und analysiert, wie denn die Energielobby an der Macht bleiben kann.

Die Analyse ist gut gelungen, doch leider trifft das nicht nur auf die Energielobby zu. «BILD dir deine Meinung» und andere Werbeslogans funktionieren leider nicht sonderlich gut.

Kilian hat recht, wenn er schreibt, dass wir zum Thema Lobbyismus schon viel geschrieben haben.

Insgesamt gibt es meiner Meinung nach drei Themenkomplexe bei denen deutlich wird, wo es überall klemmt mit der Meinungsbildung, und das nicht nur in Sachen Energiewende.

1. Redaktionen

Redakteure der verschiedenen Medien haben heute kaum noch Zeit Nachrichten zu hinterfragen oder gar ausführlich zu recherchieren. Nur bei großen investigativen Skandalgeschichten wird das noch ernsthaft betrieben. Oder von Lokalredakteuren, die vieles tatsächlich noch hinterfragen, weil diese oft eine persönliche Nähe zu den Nachrichten haben.

Schuld daran ist vereinfacht das Internet. Redakteure sind oft genug gezwungen eine Nachricht binnen Minuten online zu stellen. Wer eine Meldung zuerst bringt, hat die meisten Zugriffe. Selbst Rechtschreibfehler werden nicht selten erst nach Veröffentlichung korrigiert.

Und da immer weniger Leute gedruckte Zeitungen lesen, wird das Online-Geschäft härter und die Verlage machen weniger Gewinn... was auf der anderen Seite wieder einigen Redakteuren den Job kostet ...

Ein Teufelskreis.

2. Staaten, Politik und Konzerne

Die Situation in den Redaktionen ist allgemein bekannt. Lobbygruppen machen sich dies zu Nutze, indem sie den Redakteuren fertige, scheinbar gut recherchierte Texte zukommen lassen. Die Redakteure sind dann nur noch Erfüllungsgehilfen bei der Veröffentlichung.

Befreundete Staaten sowie international agierende Konzerne nehmen indirekt Einfluss z.B. über Druck auf den Verlag selbst. Steht der Verleger - wirtschaftlich abhängig - mit dem Rücken zur Wand, dann überlegt er sich zwei Mal, ob eine bestimmte Nachricht gedruckt wird oder nicht.

Udo Ulfkotte hat diese Machenschaften in seinem Buch ausführlich beschrieben. Man kann das für Paranoia oder Verschwörungstheorien halten, doch ein Großteil der Aussagen lässt dich durchaus belegen.

In diesem Bereich reden wir nicht über kleine Unrichtigkeiten, sondern über massive Manipulation der Nachrichten. (vgl. Kriegs-Foto aus Syrien in der öster. Kronen Zeitung)

3. Leser / Bürger

Nachrichten, die von den etablierten Medien veröffentlicht werden haben also üblicherweise die beiden oben genannten Filter durchlaufen.

Jetzt konsumieren die Leser und Zuschauer BILD, Tagesschau und Co. und meinen, nur weil der Nachrichtensprecher eine Krawatte trägt, sei dieser seriös.

Die Mehrheit der Deutschen hinterfragt keine Nachrichten und genau da liegt das Problem.

Wie wir durch die PISA-Studie wissen wird sich dieser Zustand auch kaum bessern, denn der durchschnittliche Schulabgänger in Deutschland hat nach Beendigung der Ausbildung zwar 1,5 Millionen YouTube-Videos gesehen, aber weder eine Zeitung noch ein Buch freiwillig gelesen. Diese Leute wissen auch nicht wie der aktuelle Innenminister heißt, dafür aber, dass Mallorca ein deutsches Bundesland ist.

Genau diese Intelligenz-Landschaft, dieses Low-IQ-Biotop, wird natürlich von den manipulierenden Akteuren geliebt, gehegt und gepflegt. Würden sich mehr Bürger für Politik oder Wirtschaft interessieren als für lustige Kommentare auf Facebook, hätte es die Gegenseite ungleich schwerer.

Marina Weisband, im Jahr 2012 noch politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland sagte mit damals 25 Jahren in einem Interview: «Folgt uns nicht! Denkt mit. ... das ist natürlich viel verlangt ...» und fasste damit die Situation recht gut zusammen.

Mitdenken ist heute für viele eben nicht mehr zeitgemäß oder auch schlichtweg unmöglich.


Ich kann Kilians «Fünf kleine Revolutionen zur Energiewende» nur unterstützen:
  1. Reden Sie mit und lernen Sie viel.
  2. Lassen Sie sich niemals einreden, dass Sie etwas nicht verstehen könnten.
  3. Fordern Sie stets, dass es Ihnen erklärt wird, wenn jemand behauptet, dass Sie es nicht verstehen könnten.
  4. Erklären Sie selbst interessierten Laien die Energiewende.
  5. Wenn mit Studien argumentiert wird, müssen dessen Autoren jede Methode und jede Annahme erklären können. Sonst könnte ein Exempel wie bei Guttenberg statuiert werden.

... die übrigens für jedes Fachgebiet ihre Gültigkeit haben.

Denken Sie mit, stellen Sie Fragen und diskutieren Sie mit anderen!


Man weiß ja, was man von unseren Zeitungen zu halten hat: Da notiert der Schwerhörige, was ihm der Blinde berichtet, der Dorftrottel korrigiert es und die Kollegen in den anderen Pressehäusern schreiben es ab.
Jede Geschichte wird von neuem aufgegossen mit dem selben abgestandenen Lügensud, um dann anschließend das herrliche Gebräu dem ahnungslosen Volke zu kredenzen.

Zitat aus: Er ist wieder da, Timur Vermes, Eichborn Verlag, ISBN: 978-3-84-790517-2


PS:
Sie glauben nicht, das die Medien manipulieren? Wir reden gerne mit Ihnen darüber.
Rufen Sie uns an: 0800 50 50 60 55

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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



2 Kommentar(e) zum Artikel.
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Bert Robel Donnerstag, 8. Januar 2015 um 14:02

Hallo Herr Kuhn,

all das von Ihnen ausgeführte trifft auch voll und ganz auf den öko-industriellen EE-Komplex zu. Mir ist völlig unbegreiflich, warum sie glauben dort seien fast nur Welt rettende Wohltäter ohne finanzielle und Macht-Eigeninteressen tätig. Jede menschliche Erfahrung der letzten 5000 Jahre spricht dagegen.


Alles gute im neuen Jahr
B.R.

Hallo Herr Robel,
schön, wieder von Ihnenzu hören.

Ja eben, ich hatte mich ja nicht auf eine Branche festgelegt sondern mich auf Großdeutschland bezogen.
Und ich glaube mit Sicherheit nicht daran, dass die EE-Leute nur Wohltäter und Weltretter sind. Das hatte ich ja schon mal in einem anderen Artikel kritisiert.

Aber ob die Leute im Neolithikum sich schon mit diesen Problemen rumgeschlagen haben, glaube ich eher nicht. Das soziale Miteinander musste sich am Ende dieser Epoche erst in Dorfgemeinschaften etablieren. Auf Deutschland bezogen folgten wir diesem Trend erst später; mesolithische Jäger- und Sammler waren noch nicht seßhaft.

Paul Lenz Freitag, 9. Januar 2015 um 07:17

Natürlich manipulieren einige Medien. Dass die Grünen bei der letzten Bundestagswahl auf Veggie-Day und Pädophilie reduziert wurden, ist vor allem der BILD zu verdanken, die keinen Zweifel daran ließ, dass die Grünen am liebsten in jeder Küche eine Kamera installieren würden, um die Einhaltung des Veggie-Days zu überwachen. Und der FOCUS hat gleich alles abgeschrieben. Der scheint überhaupt keine eigene Redaktion mehr zu haben, so oft zitiert er die BILD.


Themenbereiche:

Politik | Gesellschaft

Schlagworte:

Lobbyismus (3) | Hirnprobleme | Volksverdummung | Meinungsbildung | Redaktionen | Medien (38) | Verschwörungstheorien




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