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RWE und EON mit unterschiedlichen Markterwartungen

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RWE und EON mit unterschiedlichen Markterwartungen

20.01.15  10:00 | Artikel: 962293 | News-Artikel (Red)

RWE und EON mit unterschiedlichen MarkterwartungenWie weit im Voraus ein Stromkonzern seine Erzeugung verkaufen kann, ist einer der wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Am Freitag hatte der Wirtschaftsdienst Bloomberg die Zahlen von EON und RWE einmal näher betrachtet.

EON SE hedged 100 percent of its 2016 power production as of September, while RWE AG, the country’s biggest generator, hedged only about 40 percent, according to company data compiled by Bloomberg Intelligence.

RWE Finanzvorstand Guenther sagte dazu im Interview am Mittwoch der Woche, dass es offensichtlich sei, dass eine höhere Quote besser für den Konzern sei. Termingeschäfte mit einer Fälligkeit von 12 Monaten notieren zur Zeit entlang des 4-Jahres Tiefststandes von 31,25€/MWh (3,125 Cent€/KWh).

Die großen Stromkonzerne haben ein Problem, denn die Finazwelt erwartet von ihnen alles andere als die Energiewende.

Fast genau vor einem Jahr hatte blog.stromhaltig den Beitragstitel Hedging ist EEG finanzierte Heißreserve tatsächlich bieten langfristige Lieferverträge mit der Chance von Vergünstigung im kurzfristigen Handel (Spotmarkt) eine lukrative Einnahmequelle. Erzeuger, wie EON oder RWE, können spekulieren, dass der Preis an der Strombörse weiter zurück geht. Jeder Terminmarkt hat diese Möglichkeit. Selbstverständlich geht dies im umgekehrten Vorzeichen auch auf der Käuferseite.

Eigentlich ist das Verfahren recht schick, denn es garantiert eine 100%ige Versorgungssicherheit. Stromkäufer, die zulange warten, müssen nehmen was übrig bleibt zum Preis, der dann gilt. Entsprechend anfällig ist die Kalkulation dieser Stromanbieter auf real existierende Verknappungen. Die Vergangenheit lehrt allerdings, dass es in Deutschland nicht zu einer Verknappung kommt. Extremer ausgedrückt, benötigt es keine Reserve Kraftwerksverordnung, wenn alle ihre Hausarbeiten richtig machen und nicht bei der Eindeckung bis zum letzten Cent zocken.

Beim Design des Hybridstrommarktes wurde daher die Erkenntnis gezogen, dass der Käufer von Strom mehr Verantwortung bei der Definition der Versorgungssicherheit bekommen muss. Gerade auf der Seite der Käufer (Händler der Stromanbieter/Netzbetreiber) ist wenig transparent, wie diese im Sinne ihrer Kunden agieren. Der Preis als einziges Element? Manche Stromanbieter zeigen schon heute, dass der Kunde mehr wünscht, als nur billig.

Wie man am Beitrag von Bloomberg sehr schön erkennen kann, ist die Hedging-Quote der wichtigste “Key-Performance-Indicator” für den Vergleich der Unternehmen untereinander. Ein Ziel hierauf zu definieren ist kritisch, da es einen entscheidenden Nachteil des Terminmarktes vollständig ignoriert. Terminmärkte schaffen es bislang nicht die Erzeugung aus Photovoltaik oder Windkraft vernünftig zu integrieren.

Gerade auf dem Strommarkt in Deutschland bedeutet dies für RWE und EON, dass sie mit einer ziemlichen Sicherheit davon ausgehen können, dass zusätzliche Erzeugungsmengen zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Spot-Markt zur Konkurrenz werden. Den Börsenbetreiber EPEXSpot freut dies, denn es beschert ein 10,4% Plus im Jahre 2014.

Das Problem der fehlenden Integration des Wind/Sonnenstroms in den Terminmarkt lässt sich recht einfach durch den Ansatz der Kapazitätsmiete lösen, wie er im Hybridstrommarkt vorgesehen ist. Doch warum sollten Stromanbieter und Netzbetreiber etwas ändern, wenn ihr Handeln von den Stromkunden nicht hinterfragt wird?




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Energiepolitik | Unternehmen | Stromhandel

Schlagworte:

RWE (111) | EON (12) | Markterwartungen | Stromkonzern (14) | Erzeugung (27) | Termingeschäfte | Spotmarkt (16)




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