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EEG-Umlage: Die 3,5 Milliarden Kriegskasse

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EEG-Umlage: Die 3,5 Milliarden Kriegskasse

06.02.15  09:45 | Artikel: 962372 | News-Artikel (Red)

EEG-Umlage: Die 3,5 Milliarden KriegskasseWir erinnern uns, dass sich die EEG-Umlage im Jahre 2015 ganz, ganz leicht verringert hatte. Für 0,07 Cent bekommt man als Einzelner nichts, sammelt aber im Kollektiv ein Vermögen an.

Ein Haben von 3,5 Milliarden Euro steht auf dem Gemeinschaftskonto der Deutschen Stromkunden, wie das PV-Magazine mitteilt.

Dafür bekommt man 76 TWh Strom an der Börse – oder etwa 14% des Jahresverbrauchs von Deutschland. Da auch diese Zahl schwer verständlich ist: Man hätte mit dem Guthaben soviel Strom kaufen können, wie die Deutschen seid dem 1.1.2015 verbraucht haben (und etwas mehr…).

Am 15. Oktober 2014 war es wieder soweit, die EEG-Umlage wurde auf Basis von vielen Glaskugeln, etwas Kaffeesatz und wahrscheinlich unter Einfluss halluzinogener Algorithmen berechnet. Es hatten sich einige Fragezeichen ergeben, die zuständige Bundesnetzagentur hatte daraufhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten geantwortet. Auf den immer höher ansteigenden Kontostand meinte die Agentur im November:

Dieser Kontostand geht in die Berechnung der nächsten EEG-Umlage ein, korrigiert also letztlich die Prognoseungenauigkeiten. Sollte also eine "falsche” Prognose zu einer zu hohen EEG-Umlage geführt haben, so entsteht ein positives Saldo im EEG-Konto. Dieses positive Saldo wird den Umlagebetrag für das Folgejahr entsprechend senken und damit zu einer geringeren EEG-Umlage im Folgejahr führen.

Da hier viel gerechnet wird, und man in die Berechnung der anderen nicht schauen kann, hatte blog.stromhaltig eine Bewerbung zur Teilnahme am Losverfahren der EEG-Berechnung abgesendet.

Unterstützen Sie das HSMEs stellt sich nach dem jüngsten Rekordstand allerdings die Frage, wem gehört dieses Geld eigentlich? Es gehört den Stromkunden und ist eine Rücklage für die Zahlungen an Stromerzeuger. Das EEG-Umlagenkonto besitzt somit eine Zweckbindung.

Wer schon einmal eine Wohnung gekauft hat (oder ein Flugzeug), der weiß, wie man mit Rücklagen umgeht. Man nimmt den Kaufpreis und kann bei der Finanzierung erst einmal die vorhandenen Rücklagen bei der Wertbestimmung abziehen.

Das Zahlungsversprechen, welches an die Anlagenbetreiber gegeben wurde, reduziert sich bei einer Ablösung um diesen Kontostand. Was wie eine unnütze Hirnspielerei klingt, könnte beim Thema Strommarktdesign plötzlich zur Kriegskasse werden.

Gesetzt der Fall, dass das Grünstrom-Markt-Modell umgesetzt wird, so würdeb zum heutigen Stichtag die Anlagen aus der EEG-Umlage herausgekauft werden. Die Zahlungsverpflichtung entfällt und damit die Zweckbindung. Es bleibt ein Konto mit 3,5 Mrd. Euro Guthaben im luftleeren Finanzraum.

Eigentlich eine schöne Entschädigungssumme – oder?




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | EEG

Schlagworte:

Kriegskasse | EEG-Umlage (123) | Gemeinschaftskonto | Stromkunden (35) | Bundesnetzagentur (54)




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