Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Redispatch: Kann es sein, dass da doppelt bezahlt wird?

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Redispatch: Kann es sein, dass da doppelt bezahlt wird?

09.03.15  08:45 | Artikel: 962458 | News-Artikel (Red)

Redispatch: Kann es sein, dass da doppelt bezahlt wird?Vor gut zwei Jahren hatte blog.stromhaltig bereits das Thema Redispatch sehr ausführlich durchgerechnet und festgestellt, dass bei diesem Eingriff in die Kraftwerksfahrpläne auch ein Mengenunterschied ensteht.

Es sei an dieser Stelle vorgewarnt, dass es in diesem Beitrag keine richtige Antwort gib, aber die Vermutung, dass es Strom gibt, der doppelt durch die Kunden bezahlt wird.

Das Ergebnis der Handelstätigkeit, ist eine Zuordnung von Strommengen über welche Kraftwerke in das Stromnetz einspeisen und welche Verbraucher entnehmen. Es ergeben sich theoretische Lastflüsse, die letztendlich auch durch die Leitungen transportiert werden sollen. Stehen nicht ausreichend Leitungen zur Verfügung, so können die Übertragungsnetzbetreiber einen Redispatch (Umverteilung) anordnen. Ein Kraftwerk vor dem Engpass muss reduzieren, ein anderen hinter dem Engpass muss erhöhen. Eigentlich ist die Bilanz (Ergebnis des Handels) ausgeglichen.

Bereits vor zwei Jahren wurde festgestellt, dass die Summe der Wirkarbeit von Redispatches eine etwa 10% Erhöhung der gelieferten Strommenge zur Folge hat. Diese Menge ist nahezu konstant. Vor einigen Monaten hatten die Übertragungsnetzbetreiber auf ihrer Webseite einen Hinweis ergänzt:

Neben den genannten Gründen führen Bilanzabweichungen von Redispatcheinsätzen durch technisch bedingte Anfahr- und Abfahrrampen und börsliche Gegengeschäfte dazu, dass die veröffentlichten Redispatch-Energiemengen nicht ausgeglichen sein können. (Quelle)

Die Kosten für den Redispatch werden auf die Netzentgelte umgelegt. D.h. die Strommenge die nun zusätzlich vorhanden ist (ca. 10% der Wirkarbeit) ist eigentlich bereits bezahlt.

Ein kleines Rechenspiel:
  • Zu einem Zeitpunkt wird der Verbrauch von einem Anschluss auf 100 KWh geschätzt
  • Der Stromanbieter kauft bei einem Kraftwerk diese Erzeugung ein (100 KWh).
  • Wegen eines Redispatches sind jetzt 110 KWh im Netz vorhanden. 100 KWh bezahlt durch das Handelsgeschäft / 10 KWh über die Netzentgelte.
  • Da das Netz nicht speichern kann, wird auch tatsächlich 110 KWh an den (vereinfacht einen) Anschluss geliefert und der Stromzähler hat sich entsprechend weitergedreht.
  • Zum Zeitpunkt der Ablesung des Zählers wird festgestellt, dass 10% mehr verbraucht wurde, als eingekauft.

  • Der Stromanbieter verlangt eine Nachzahlung vom Kunden und kauft entsprechend nachträglich Kapazitäten zu.

Da die Kosten für den Redispatch allerdings bereits in den Netzentgelten durch den Kunden bezahlt wird, kommt es quasi zu einer Doppelbezahlung der 10%.

Worin liegt die Motivation diese Frage zu beantworten?

In den letzten 24 Monaten meldeten die Übertragungsnetzbetreiber eine Bilanzabweichung von 204.250.000 KWh. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,28€/KWh entspricht dies immerhin noch 57.190.000€, die den Stromkunden eventuell doppelt belastet wurde.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Netze

Schlagworte:

Redispatch (14) | Strommengen (12) | Kraftwerke (69) | Stromnetz (103) | Verbraucher (75) | Handelsgeschäft (2)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@962458







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
7.7.16 | Artikel: 970060
6 Millionen Euro für neues Forschungsprogramm zur Energiewende

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat ein neues Forschungsprogramm namens «Transformation des Energiesystems in Baden-Württemberg – Trafo BW» gestartet.

12.7.16 | Artikel: 970061
SolarContact-Index: Photovoltaik-Nachfrage stürzt ins Sommerloch

Das Interesse an PV-Anlagen ist im zurückliegenden Juni ins Sommerloch gefallen. Mit rund 90 Punkten verharrt der Index unter seinem 12-Monats-Durchschnitt.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
26.9.16 | Artikel: 970083
Tennet: «Strompreis Erhöhung von 80%»

Die Kollegen des Mediums «Die Zeit» haben eine beachtliche Meldung in Umlauf gebracht: «Stromanbieter Tennet erhöht Preise um 80 Prozent». Da bekommt man gleich Mut zum Lesen .

28.9.16 | Artikel: 970084
Südwest Presse: Kommentar zu Energienetz Unter Strom

Im Norden bläst der Wind, so kräftig, dass viel mehr Ökostrom produziert werden kann, als vor Ort benötigt wird. Im Süden dagegen droht elektrische Energie zur Mangelware zu werden, weil hier die letzten Kernkraftwerke 2022 abgeschaltet werden.

Werbung auf unserer Seite: 
Rufen Sie uns an: 0800 50 50 60 55
20.6.16 | Artikel: 970051
Strom DAO - Einfach(er) erklärt

Nachdem einige Leser zum Beitrag "Ein Stromanbieter aus der Blockchain – Strom DAO" kommentiert haben, dass sie eine etwas andere Erklärung wünschen ein zweiter Versuch.

13.9.16 | Artikel: 970082
Trendmonitor: 68 Prozent der Deutschen kennen Energieverbrauch im eigenen Haushalt nicht

Den Bundesbürgern fehlt elementares Wissen, wenn es um den Energieverbrauch zuhause geht: 68 Prozent haben den eigenen Heizungskeller als größten privaten Energieschlucker nicht auf der Rechnung.

Diagramme & Infografiken
aus dem Bereich erneuerbare Energien
2.8.16 | Artikel: 970068
30 Prozent Zuschuss für Heizungsoptimierung seit 1. August

Das Bundeswirtschaftsministerium bezuschusst mit einem neuen Förderprogramm den Einbau effizienter Pumpen und die Optimierung der Heizungsanlage.

13.10.16 | Artikel: 970089
EEG-Umlage steigt: Handwerkstag sieht Akzeptanz der Energiewende auf der Kippe

Die EEG-Umlage steigt erneut auf Rekordniveau, kein Ende der Kostenspirale in Sicht. Angesichts der für Freitag angekündigten Bekanntgabe der Erhöhung übt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold drastische Kritik…