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Misere der Energiekonzerne ist selbstgemacht - Greenpeace-Studie weist gravierende Managementfehler nach

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Misere der Energiekonzerne ist selbstgemacht - Greenpeace-Studie weist gravierende Managementfehler nach

11.03.15  09:01 | Artikel: 962465 | News-Artikel (e)

Misere der Energiekonzerne ist selbstgemacht - Greenpeace-Studie weist gravierende Managementfehler nachDie prekäre Lage der vier großen Stromkonzerne RWE, Eon, Vattenfall und EnBW ist gravierenden und anhaltenden Managementfehlern geschuldet, nicht primär der Energiewende.

Dies ist das Ergebnis einer umfangreichen Analyse von Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup und Prof. Dr. Ralf-Michael Marquardt von der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen im Auftrag der unabhängigen Umweltorganisation Greenpeace.

Die großen Energieversorger stehen doppelt unter Druck. Im früheren Kerngeschäft Stromerzeugung und -vertrieb verlieren sie kontinuierlich Marktanteile. Im Zukunftsgeschäft mit den Erneuerbaren Energien stehen ihnen schlagkräftige neue Konkurrenten gegenüber.

"Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel darf den Stromkonzernen nicht mit weiteren Subventionen wie Kapazitätsmärkten unter die Arme greifen. Die größte Hilfe für den Strommarkt und gleichzeitig für Deutschlands Klimapolitik ist ein geordneter, schrittweiser Kohleausstieg", so Greenpeace-Energieexperte Tobias Austrup.

Konventionelle Energieversorger stehen heute aus eigenem Verschulden vor enormen Herausforderungen, so die Studie. Der Atomausstieg, die Energiewende und der zu reformierende Emissionshandel waren länger absehbare Entwicklungen, auf die sich die Versorger hätten einstellen müssen. Doch statt sich am Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beteiligten, kämpften die Unternehmen für eine Laufzeitverlängerung ihrer Atomkraftwerke und tätigten im Ausland teure und riskante Zukäufe.

"Das Management der großen Versorger hat die Augen zu lange vor dem absehbaren neuen Energiemarkt verschlossen. Jetzt rächt sich das sture Festhalten an einem überkommenen Geschäftsmodell", so Studienautor Heinz-Josef Bontrup.

Schlechte Zukunftsperspektiven gefährden Atomrückstellungen

Aussicht auf wirtschaftliche Besserung können die Autoren nicht erkennen. Der Schuldenstand der Konzerne ist hoch, Kreditratings schlecht, der Wert konventioneller Kraftwerke im Sinken begriffen. Gleichzeitig setzt der steigende Anteil der Erneuerbaren Energien die Konzerne unter Druck. "Diese Schraubzwinge wird für die ehemaligen 'Big 4' absehbar nicht lockerer werden, sondern enger", fasst Co-Autor Ralf-Michael Marquardt die Ergebnisse zusammen.

Die miserablen Geschäftsaussichten der vier großen Energieversorger bedrohen auch deren finanzielle Verpflichtungen. Die Rückstellungen der "Big 4" für die Milliardenkosten des Rückbaus der Atommeiler und die Umweltfolgen des Braunkohletagebaus bestehen zum großen Teil aus dem Wert der konzerneigenen Kraftwerke. Deren Wert sank zuletzt deutlich, was hohe Abschreibungen nötig machte. Entsprechend unsicher drohen die Rückstellungen zu werden.

"Die Bundesregierung muss dringend dafür sorgen, dass die Rückstellungen der Energieversorger in einer öffentlich-rechtlichen Stiftung gesichert werden", so Austrup. "Der Steuerzahler soll nicht für die Managementfehler von vormals blendend verdienenden Konzernen aufkommen müssen."




(Quelle: Greenpeace)


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Themenbereiche:

Studie | Gesellschaft | Umweltpolitik

Schlagworte:

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