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Dezentrale Energiewende = Übertragungsnetze abschalten

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Dezentrale Energiewende = Übertragungsnetze abschalten

21.04.15  09:55 | Artikel: 962607 | News-Artikel (Red)

Dezentrale Energiewende = Übertragungsnetze abschaltenDie stabilste Stromversorgung in ganz Deutschland bekommen wir hin, wenn jeder Ort (Verteilnetz) in der Lage ist sich selbst zu versorgen. Sobald elektrische Energie über weite Strecken transportiert werden muss, entstehen neue Schwierigkeiten nicht nur politisch, sondern auch physikalisch. Jeder Meter Leitung zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch kann eine Schwachstelle sein, die zu einem partiellen Ausfall des Systems Stromnetz führt.

In der aktuellen Debatte rund um die Umstellung der Stomerzeugung, wird gerne der Netzausbau nach vorne geschoben. Bei Dialog-Energie-Zukunft finden sich gerade zwei Standpunkte zum Thema HGÜ-Ausbau: Neue Energielandschaft erfordert auch neue Netze und Kohlebedingter Netzausbau behindert Energiewende. Beide Meinungen sind richtig, doch sollte man vielleicht auch den radikalen Ansatz einmal denken: Abschalten der Übertragungsnetze.

Für das Stromnetz über Deutschland gibt es verschiedene Spannungsniveaus. In der sogenannten Höchstspannungsebene wird Strom von der Nordsee bis nach Berchtesgarden transportiert und von der Polnischen Grenze bis nach Frankreich.

Zuständig sind die 4 Übertragungsnetzbetreiber Amprion, 50 Hertz, Tennet und TransnetBW, die aktuelle vor allem auf 380 KV Höchstspannung zur Übertragung setzen eine Alternative ist die im Dialog-Energie-Zukunft Beitrag genannte HGÜ-Technik, eine andere Alternative ist von einer vollständigen Abschaltung der Übertragungsnetze die Energiewende zu denken und vollständig auf die dezentrale Versorgung zu bauen.

In einem solchen Szenario entsteht ein vollständig anderes Bild, als es bislang im Netzentwicklungsplan vorgesehen ist. Anstelle mit dicken Linien kreuz und quer über das Land die Standortnachteile in Netzentgelte umzuwandeln, entstehen viele lokale Herausforderungen, die bestimmt auch lösbar sind.

  • Ein Top-Down Ansatz = Netzausbau
  • Ein Bottom-Up Ansatz = Dezentrale Energiewende

In der Betriebswirtschaftslehre kennt man das Prinzip von 0- Budget, eine Planung, die ohne jegliche Fremdmittel auskommt. Für die Stromversorgung gab es einen solchen Ansatz eigentlich auch einmal. So konnte im Jahre 2006 beim Stapellauf eines Schiffes ein ganzes Bundesland vom Netz abgekoppelt werden und sich selbst versorgen. Dazu benötigt es nicht nur die richtige Erzeugungsmengen von Strom, die zur zeitgleichen Verbrauchsmenge passt, sondern auch die Möglichkeit alle Systemdienste zu erbringen.

Systemdienste im Stromnetz sind Regelleistung, Blindleistungskompensation, Schwazstartfährigkeit und und und … – alles Leistungen, die durchaus auch von kleinen Erzeugungsanlagen erbracht werden können, selten aber dafür genutzt werden. Ein Ziel kann es aber sein, dass zumindest der Lastgang der Verbraucher nachgefahren werden kann. Werden im ländlichen Bereich zum Beispiel Biogasanlagen immer unter Volllast gefahren, so ist der Sinn verfehlt. Windkraft, Photovoltaik und auch andere Erzeuger können zu 100% im sogenannten Lastgangfolgebetrieb gefahren werden. Tatsächlich bedeutet dies lokal für eine Überkapazität zu sorgen und lokal abzuregeln.

Der Wunsch Strom durch die ganze Republik zu transferieren, stammt eigentlich aus dem Handel, der vom Idealbild einer Kupferplatte ausgeht, bei der es keine Wegstrecken zu überwinden gibt. Lokale Strommärkte wird unter den heutigen Akteuren eher skeptisch betrachtet, da in einem solchen Markt die Liquidität nicht vorhanden ist. Bei einer Börse spielt die Liquidität eine wichtige Rolle, da bei geringer Liquidität es zu extremeren Preisen kommen kann – tatsächlich tritt dieser Effekt aber durch die Dominanz einzelner Akteure auf. Ein Großkraftwerk könnte bei einem lokalen Strommarkt dies Preise für die Erzeugung diktieren. Tatsächlich kann dies aber umgangen werden, indem zum Beispiel ein Teil der Strommenge in einem Mietmodell (vergl. Hybridstrommarkt) umgesetzt wird.

Tatsächlich lässt sich auch bei dem Vorhandensein von Großkraftwerken ein lokaler Stromhandel organisieren. Auch hier findet sich der Ansatz im Hybridstrommarkt, bei dem es zwischen den Regionen fest Mietverhältnisse gibt, die zunächst eine Art Grundversorgung sichern. Auf Höhe der Übertragungsnetze wirkt sich dies als eine Art Grundlast aus, die allerdings deutlich unter der heutigen Netzlast liegt.

Fazit
Übertragungsnetze wird es immer geben. Die Rolle dieser Netze sollte zum Wohle einer dezentralen Energiewende anders gedacht werden. Szenarien, wie die Zukunft des Stromnetzes aussehen könnte, sollte zunächst von einem Nichtvorhandensein der Höchstspannung ausgehen, bevor diese als zusätzliche Reserve einbezogen werden.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Strommarkt

Schlagworte:

Dezentrale Energiewende (2) | Übertragungsnetze (10) | Verteilnetz (38) | Stromversorgung (41) | Leitung (44)




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