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Onlineshops: Mehrheit kassiert fürs Zahlen

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Onlineshops: Mehrheit kassiert fürs Zahlen

19.06.15  12:45 | Artikel: 962788 | News-Artikel (e)

Onlineshops: Mehrheit kassiert fürs ZahlenEine Stichprobe in 120 Onlineshops zeigt: Viele Händler berechnen für die Zahlarten in ihren Online-Shops Aufschläge, in der Spitze weit über 100 Euro. Die Verbraucherzentrale wird dreiste Abkassierer abmahnen.

Vorkasse oder Kauf auf Rechnung, Amazon Payments oder PayPal, Lastschrift oder Sofortüberweisung, Kreditkarte oder App: Konsumenten sehen sich beim Onlineshopping mit einem Wust an Zahlmöglichkeiten konfrontiert.

Doch längst nicht jeder Shop bietet sichere und kundenfreundliche Varianten wie etwa den Kauf auf Rechnung an. Und falls doch, werden oftmals Kosten erhoben oder einschränkende Bedingungen gesetzt. Obendrein verärgern Shops mit prozentualen Pauschalen, die sich am Einkaufswert orientieren und so bei hohen Summen zu nicht nachvollziehbaren Kosten führen.

Das sind Ergebnisse einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW in insgesamt 120 Shops. Das Testfeld reichte von Air-Berlin bis Zalando, vom Zoo-Versandhaus bis Amazon.

Als Lieblingsart des Inkasso entpuppten sich Kreditkarten (108) und PayPal (104), gefolgt vom Kauf auf Rechnung (87). Bei knapp 70 Shopbetreibern waren Vorkasse und Sofortüberweisung zu finden. Per Lastschrift und Nachnahme wollten 50 der 120 Shops liefern. Gerade mal zwölf Händler boten Amazon Payments an, für das es ein Kundenkonto beim Versandriesen braucht. Ebenso selten tauchte Giropay auf, wodurch der direkte Zugriff auf Onlinekonten von Banken und Sparkassen möglich ist.

Zahlen fürs Zahlen

Nachnahme gab es in der Stichprobe nie gratis. Die Mehrheit der Shops im Check der Verbraucherzentrale (70 von 120) kassierte für mindestens eine Zahlart, jeder vierte gleich für mehrere - vor allem PayPal, Kreditkarten und den verbraucherfreundlichen Rechnungskauf. Auch Kunden, die Lastschrift, Amazon Payments oder Giropay bevorzugten, blieben nicht ungeschoren.

Kräftig fürs Zahlen zur Kasse baten vor allem Travel- und Technikshops: Je nach Höhe der Flugkosten berechneten Flugportale 10, 20 oder gar über hundert Euro an Aufschlag. Technikshops zeigten sich kreativ und beließen lediglich die risikoreiche Vorkasse ohne Kosten - nach diesem Prinzip verfuhr knapp ein Dutzend weiterer Shops. Mit Zuckerbrot statt Peitsche lockte dagegen eine ähnlich große Gruppe ins Bezahl-Risiko. Die Läden versprachen Rabatte von zwei bis zehn Prozent, wenn Geld ungeschützt aufs Händlerkonto überwiesen würde.

Zu wenig kundenfreundliche Zahlungswege

Ärgerlich: Jeder vierte Shop in der Stichprobe stellte keine der kundenfreundlichsten Zahlarten (Lastschrift, Rechnungskauf) zur Wahl. Und falls doch, verhinderten oftmals Einschränkungen die Nutzung. So fanden die Verbraucherschützer Shops, die Bestellungen per Lastschrift drastisch deckelten - Druckerzubehör beispielsweise auf gerade mal 100 Euro.

Ähnliche Hürden gab es bei vielen der 87 Händler, die den Kauf auf Rechnung ermöglichten. Mal wurde der Bestellwert auf "bis 250 Euro" beschränkt, mal stand die Zahlart erst nach einem oder mehreren reibungslos verlaufenen Einkäufen zur Verfügung.

Am Recht vorbei kassiert

Andere Shops wiederum drehten ungeniert an der Preisschraube. Prozentuale Zuschläge wie "4,5 Prozent vom Warenwert" oder gar "5 Prozent des Kaufpreises" sind nach Meinung der Verbraucherzentrale NRW nicht nur satt, sondern auch unstatthaft. Hier wird die Verbraucherzentrale zwei Shops abmahnen. 14 weiteren Shops in der Stichprobe, die so am Recht vorbei kassierten, droht ebenfalls eine Abmahnung.


Zahlungsarten im Vergleich

Die Anforderung "Sicherheit" erfüllen am besten der Kauf auf Rechnung und die Lastschrift. Beide schützen vor Nicht- oder Falschbelieferung. Beim Rechnungskauf lässt sich gelieferte Ware erst prüfen, bevor sie zu bezahlen ist. Bei der Lastschrift werden Händler zwar ermächtigt, die Kaufsumme vom Girokonto einzuziehen. Geht beim Deal jedoch etwas schief, lässt sich das Geld problemlos innerhalb von mindestens sechs Wochen ohne Angabe von Gründen zurückbuchen. Sicherheit versprechen auch PayPal und Amazon Payments. Allerdings braucht es für diesen Schutz ein zusätzliches Konto. Und es sind Regeln penibel einzuhalten, um erfolgreich zu reklamieren.

"Weg ist weg" gilt dagegen für alle Vorkasse-Zahlungen. Kommt es hier zu Problemen, muss das Geld direkt beim Verkäufer eingefordert werden, zur Not vor Gericht. Das sollte stets einkalkulieren, wer per Überweisung oder Kreditkarte, Sofortüberweisung oder Giropay ordert. Was viele nicht wissen: Risiken drohen auch bei der Nachnahme. Denn kaum ein Paketbote wartet geduldig mit dem Kassieren, bis die Lieferung auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit überprüft worden ist.



Andere Artikel zum Thema:

08.08.14: BITKOM: Online-Shopper erwarten Kundenberatung
06.05.13: Initiative D21: Im Netz sicher einkaufen
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(Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.)


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Themenbereiche:

eCommerce | ePayment | Shops

Schlagworte:

Onlineshops (2) | Amazon (7) | Payment (6) | PayPal (3) | Lastschrift (3) | Sofortüberweisung | Kreditkarte (15)




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