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Share Economy für den Stromkunden

24.06.15  10:02 | Artikel: 962810 | News-Artikel (Red)

Share Economy für den StromkundenDie Kunst nicht nur alleine etwas zu nutzen, sondern mehr erreichen, durch gemeinsame Nutzung, ist wichtigster Bestandteil der Share Economy. Via Uber das Auto teilen, bei AirBNB das Gästezimmer vermieten. Es gibt viele erfolgreiche Geschäftsmodelle in der Share Economy, die sich auch auf die Stromwirtschaft übertragen lassen.

Im Hybridstrommarkt ist das Prinzip des Teilen von Ressourcen bereits fester Bestandteil, aber auch andere Konzepte die bereits umgesetzt werden. Es geht darum aus einer Gemeinschaft heraus durch Teilen und nutzen zu wachsen – gemeinsam.

”Eine Strom-Community braucht keinen Versorger mehr”
(Justus Schütz, Gründer Buzzn)

Buzzn oder Localpool - beide Konzepte gehen davon aus, dass innerhalb der Gemeinschaft zumindest ein Teil des benötigten Stroms erzeugt wird, dabei baut Uber keine Autos und AirBNB keine Häuser. Share Economy ist dann erfolgreich, wenn auf ohnehin vorhandene Kapazitäten aufgebaut werden kann. Es sollen keine Zusatzkosten entstehen – dann klappt es in der Gemeinschaft.

Vor zwei Monaten wurde bei blog.stromhaltig das Prinzip von Swaps vorgestellt. Der Ansatz zur Share Economy ist recht einfach:Für jeden Stromkunde wird entsprechend eines Lastprofils immer eine definierte Strommenge in das Netz eingespeist. Benötigt der Anschluss allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht diese Strommenge, so kann sie von anderen Stromkunden genutzt werden. Wichtig ist nur, dass der Jahresstromverbrauch nicht verändert wird, da ansonsten ein sogenannter atypischer Verbrauch vorlegen würde, der nur mit Rücksprache des Netzbetreibers zulässig ist.



Im Rahmen des Projektes Prosume wird aktuell die für eine Share Economy bei Stromkunden notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Zunächst müssen die Aufgaben und Zuständigkeiten klar definiert werden. Der klassische Stromkunde ist Empfänger und Zahler. Ein Modell, bei dem er selbst zum Produzent und Händler wird, ist in einer zentralistisch ausgelegten Stromwirtschaft 1.0 nicht vorgesehen.

Mit Verbreitung des Internet Of Things hat sich ein Konzept bewehrt, bei dem man die Zuständigkeiten (Seperation of Duties) zunächst an einzelne Rollen zuweist und diese kapselt. Der Source-Code für Prosume (bei github) definiert 3 vollständig von einander getrennte Rollen: Prosumer, Metergateway und Trader. Einzelne Funktionen können zwar zusammengefasst werden, aber auch beliebig getrennt werden.

Auf Basis des IEEE FIPA Standards (s.h. FIPA Homepage) wurde für jede Rolle sogenannte Agenten entwickelt, welche untereinander die für eine Share Economy notwendigen Daten austauschen. Wichtig erscheint in der aktuellen Simulation, dass der Prosumer selbst möglichst flexibel und unabhängig agieren kann.

In der bestehenden Implementierung ist so zum Beispiel vorgesehen, dass für jede Zeiteinheit (15 Minuten) theoretisch ein anderer Trader den Handel im Auftrag des Prosumers übernehmen kann. Ebenso kann der Prosumer die Handelstätigkeit natürlich auch selbst durchführen (=Käufer/Verkäufer suchen).

Share Economy ist in der Energiewirtschaft möglich. Das Prosume Projekt zeigt bereits heute recht eindeutig, welchen Mehrwert durch aktive Stromkunden in die Gemeinschaft eingebracht werden kann.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Strommarkt

Schlagworte:

Share Economy | Stromkunden (35) | Versorger (4) | Prosume | Internet Of Things | Stromwirtschaft (6)




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