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TenneT nutzt Power-to-Gas zur Stabilisierung des Stromnetzes

17.07.15  07:36 | Artikel: 962841 | News-Artikel (e)

TenneT nutzt Power-to-Gas zur Stabilisierung des Stromnetzes

  • Große Power-to-Gas-Anlage in Werlte (Emsland) von TenneT für die Teilnahme am Regelenergiemarkt qualifiziert

  • Weiterer Schritt hin zu einer stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien

Erstmals hat der Übertragungsnetzbetreiber TenneT jetzt eine große Power-to-Gas-Anlage geprüft und für "fit erklärt", um Regelenergie für die Stabilisierung des Stromnetzes bereitzustellen. Bei der Anlage handelt es sich um eine vom Auto-Konzern Audi betriebene Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte.

Die Anlage ist in der Lage, sehr genau auf Regelleistungsabrufe zu reagieren und zu helfen, Frequenzschwankungen auszugleichen. Aus Sicht von TenneT ist die Qualifizierung der Anlage ein weiterer Schritt auf dem Weg zur stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien. Systemdienstleistungen, die der Stabilisierung der Stromversorgung dienen, werden bislang vor allem von konventionellen Kraftwerken bereit gestellt.

Mit wachsendem Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung müssten diese hier eine stärkere Verantwortung übernehmen, so TenneT. Erste Schritte bei der Bereitstellung von Regelenergie durch erneuerbare Energien-Anlagen seien gemacht. So seien heute bereits tausende Biogasanlagen für die Teilnahme am Regelenergiemarkt qualifiziert. Mit Blick auf die jetzt erteilte Präqualifikation für die Power-to-Gas-Anlage von Audi zeigte sich der Übertragungsnetzbetreiber überzeugt, dass bald weitere solcher Anlagen Regelenergie bereit stellen können.


Bild: AUDI AG

Bei der Abnahme der Power-to-Gas-Anlage durch TenneT musste die Anlage innerhalb von fünf Minuten fast 6 Megawatt Leistung aus dem Netz ziehen und vorgegebene Lastprofile abfahren. Mit der bestandenen Prüfung hat sich die Anlage für die Teilnahme am so genannten Sekundärregelenergiemarkt qualifiziert. Die Power-to-Gas-Anlage von Audi produziert seit 2013 synthetisches Methan mithilfe von Windstrom aus Wasser und CO². Das synthetische Methan wird in das Erdgasnetz eingespeist.


Bild: AUDI AG

Der steigende Ausbau der erneuerbaren Energien, besonders der Wind- und Solarenergie, führt trotz stetig verbesserter Einspeise-Prognosen zu Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch. Um die normale Frequenz im Stromnetz bei 50 Hertz zu halten, müssen Stromverbrauch und Erzeugung aber immer im Gleichgewicht sein. Unvorhergesehene Abweichungen zwischen Erzeugung und Entnahme müssen die Übertragungsnetzbetreiber daher durch den Einsatz von Regelenergie ausgleichen, damit es zu keiner Gefährdung der Systemstabilität kommt.

Regelenergie gleicht Schwankungen im Stromnetz innerhalb kurzer Zeit aus, entweder, indem Strom zugeführt (positive Regelenergie) oder aus dem Netz genommen (negative Regelenergie) wird. Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland halten ständig jeweils ca. 4.000 Megawatt positiver und negativer Regelenergie vor. Bereitgestellt wird diese Leistung von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen am Regelenergiemarkt, darunter Wasserkraftwerke, Gaskraftwerke und Biogasanlagen. Alle Kraftwerke, die Regelleistung anbieten, müssen einen "Führerschein" (Präqualifikation) hierfür bestanden haben.





(Quelle: TenneT Holding B.V.)


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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Netze

Schlagworte:

Regelenergiemarkt (3) | Power-to-Gas (7) | Emsland | Audi (12) | Frequenzschwankungen | Systemintegration (2)




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