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Exklusiv: Defekte Muffen schuld an Stromausfällen in vielen Städten?

20.07.15  10:01 | Artikel: 962850 | News-Artikel (Red)

Exklusiv: Defekte Muffen schuld an Stromausfällen in vielen Städten?Einige Betreiber von Verteilnetzen in Deutschland bekommen scheinbar in den letzten Monaten häufiger Muffensausen, denn häufiger als gewohnt fällt ein Bauteil aus, welches eigentlich lediglich eine Verbindung sein soll, wie sie tausendfach in den Stromnetzen vorkommt. Die Folge: Erdschluss, wodurch es zu einem Stromausfall kommt. Häufig fatal, denn andere Leitungen übernehmen die Versorgung der Gebiete, wodurch die Belastung auf den Kabelverbindern ansteigt und die Wahrscheinlichkeit einer Materialermüdung an den dort verwendeten Muffen erhöht.

Aus gut informierten Kreisen sind blog.stromhaltig Informationen zutragen worden, die auf eine bestimmte Charge von Muffen eines Herstellers hindeuten, die allerdings in sehr vielen Stromnetzen verbaut wurde. Kettenreaktionen, wie die in Mannheim zu Beginn des Monats würden sich zumindest teilweise erklären lassen.

Mit im Schnitt etwa 15 Minuten Stromausfall sind wir es in Deutschland gewohnt, dass Strom immer dann aus der Steckdose kommt, wenn wir ihn benötigen. Damit vom Kraftwerk der Strom zu uns ins Haus gelangt, muss er durch das Stromnetz transportiert werden. Das Stromnetz – genauer das Verteilnetz – ist dabei aufgebaut wie ein Baum mit einigen Ringen, welches sich immer weiter verästelt und so jeden Straßenzug erreicht. Es ist nicht ein Kabel, sondern viele Kabel, die verbunden werden müssen. An einer Verbindung von zwei Kabelenden entsteht ein höherer Widerstand und damit Wärme. Um die Verbindung zu schützen, wird eine sogenannte Muffe platziert, die natürlich auch der thermischen Belastung standhalten muss.

In Mannheim, Bremen und Freiburg wurde meist ein erster Stromausfall festgestellt, der zu immer weiteren Stromausfällen geführt hat. Der Widerstand – und damit die Wärmeentwicklung – die von den Muffen abgeschirmt werden muss, steigt mit der Strommenge. Ist die Muffe nicht genügend beständig, so bietet sie keinen Schutz mehr und es kommt zu einem Erdschluss.

Für den Netzbetreiber ist es sehr schwierig, die defekten Muffen zu lokalisieren, denn nicht immer ist sichergestellt, dass man vollständig die defekte Charge nach verfolgen kann. Provisorisch Austauschen aller Muffen steht ebenfalls in keinem wirtschaftlichen Verhältnis, da sehr viele Erdarbeiten notwendig würden. Die Betreiber leben daher im Sommer mit einem erhöhten Risiko von Stromausfällen.

In einigen Städten scheint man Baumaßnahmen, bei denen es zu den üblichen Beschädigungen der Erdkabel kommen kann, stringenter zu überwachen. Es wurde beobachtet, dass gerade die Ersatzversorgung von Gebieten nach einem Baggerbiss die Wahrscheinlichkeit einer Materialermüdung bei den Muffen vergrößert. Nach einem Erdschluss kann es zusätzlich zu einer höheren Brandgefahr bei den umliegenden Trafostationen kommen.

Beitragsbild: Uwe Schwöbel [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons (Modifiziert)




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Unternehmen | Stromnetz | Technik

Schlagworte:

Stromausfälle (10) | Verteilnetze (10) | Kabelverbinder | Muffen | Wärmeentwicklung




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