Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Geringfügig verschätzt - Prognoseabweichungen im Day-Ahead

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










zukünftig kostenpflichtiger Artikel

Geringfügig verschätzt - Prognoseabweichungen im Day-Ahead

24.07.15  08:30 | Artikel: 962859 | News-Artikel (Red)

Geringfügig verschätzt - Prognoseabweichungen im Day-AheadZu jedem Zeitpunkt muss in das Stromnetz soviel Strom eingespeist werden, wie zum selben Zeitpunkt entnommen wird. Damit dies auch geschieht wird der Einsatz von Kraftwerken geplant auf Basis von Preissignalen aus dem Markt. Der Preis am Markt gibt somit zu jedem Zeitpunkt einen Indikator für die tatsächliche Knappheit der elektrischen Energie.

Theoretisch vielleicht – praktisch stimmt der angenommene Verbrauch nur selten mit dem erwartenden Verbrauch überein. Im Schnitt wird in Deutschland/Österreich und Luxemburg 664 MW mehr Strom benötigt, als die Händler am Vortag vermutet haben. Es ist kein Wunder, dass Händler den Bedarf nicht kennen, sind doch über 95% des Stromverbrauchs als impulsiv/spontan zu charakterisieren.

Als Datenbasis dienen die Daten der ENTSOe, welche im aktuellen Format ab dem 05.01.2015 vorliegen und für jeden Viertelstundenwert eine Aussage über den am Vortag geplanten Verbrauch und dem tatsächlichen Verbrauch am Liefertag angeben.

Kommt es hier zu Abweichungen, so kann die notwendige Balance aus Erzeugung und Verbrauch nur durch drei Maßnahmen hergestellt werden, die jeweils reaktiv angesehen werden muss:

  1. Export/Import über die vorhanden Netzkuppelstellen
  2. Intraday Handel mit Ausgleichenergie
  3. Abruf von Regelenergie

Der Austausch von Strom mit den Nachbarländern ist dank der Preiskopplung die einfachste Option. Der untertägige Handel ist eine reine Korrektur der Unsicherheiten der Einspeisungen, die zum Beispiel den Ausfall von Kraftwerken abfedern kann. Der Abruf von Regelenergie über die Frequenzüberwachung ist die für den Stromkunden teuerste Option.

Warum wissen Stromhändler nicht, wie viel Strom sie einkaufen müssen?

Schaut man sich die Zahlen etwas genauer an, so erkennt man mehrere Muster. Die Frage, welcher Bedarf am schwierigsten zu bestimmen ist, kann man mit einer Auswertung nach Wochentagen ablesen.

WochentagMittlere Abweichung
Montag-923 MWh
Dienstag-1141 MWh
Mittwoch-2308 MWh
Donnerstag-955 MWh
Freitag-11 MWh
Samstag318 MWh
Sonntag292 MWh

Auffallend ist, dass zum Zeitpunkt der höchsten Industriellenlast der Verbrauch meistens zu gering eingeschätzt wird. Zum Zeitpunkt der Last von privaten Haushalten als zu Hoch. Könnte der Bedarf von Industrie und Privatkunden mit gleicher Genauigkeit prognostiziert werden, dann würde man keine Unterschiede bei den Wochentagen erkennen.

Eigentlich gilt ein direkterer Zugang zum Markt als fördernd, wenn es darum geht, die Knappheit eines Gutes zu ermitteln. Über den Preis sollen Verbraucher animiert werden entweder kurzfristig weniger Strom zu benötigen, oder mehr.

Selbstverständlich kann man nur vermuten, aber was hier geschieht folgt anderen Marktregeln, als üblich. Die Industriekunden scheinen ihren Verbrauch latent als zu gering einzuschätzen. Dies führt am Spot-Markt zu einer künstlichen Erhöhung des Strompreises (=Geringer Bedarf bei gleicher Angebotsmenge).

Fazit
Mehr Marktnähe bei schärferer Bilanzkreisführung wirkt sich negativ auf die Güte der Bedarfsprognose aus. Auf Basis der aktuellen Daten ist die Balance aus Erzeugung und Verbrauch mit flexiblen Strompreisen schwerer herzustellen, als mit starren Tarifnodellen, die entkoppelt von Spotmarkt-Preisen sind.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

Strommarkt | international

Schlagworte:

Stromhändler (4) | Kraftwerke (69) | Prognoseabweichungen (2) | Day-Ahead (6) | Preiskopplung (3) | Netzkuppelstellen




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@962859







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
20.6.16 | Artikel: 970051
Strom DAO - Einfach(er) erklärt

Nachdem einige Leser zum Beitrag "Ein Stromanbieter aus der Blockchain – Strom DAO" kommentiert haben, dass sie eine etwas andere Erklärung wünschen ein zweiter Versuch.

29.9.16 | Artikel: 970086
GrünStromJetons digitalisieren die Energiewende

Dass der persönliche Ökostromtarif am tatsächlichen Strommix aus der Steckdose nichts ändert, hat sich herumgesprochen. Dieser Umstand sorgt bei vielen umweltbewussten Verbrauchern für Ernüchterung.

Sie suchen nach speziellen Lösungen?
Wir helfen gerne weiter...
24.6.16 | Artikel: 970057
Fuchs/Pfeiffer: Stromversorgung langfristig sichern

Am Donnerstag stand die 2./3. Lesung des Strommarktgesetzes auf der Tagesordnung des Deutschen Bundestags. Hierzu erklären der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Fuchs und der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher Joachim Pfeiffer:…

12.7.16 | Artikel: 970061
SolarContact-Index: Photovoltaik-Nachfrage stürzt ins Sommerloch

Das Interesse an PV-Anlagen ist im zurückliegenden Juni ins Sommerloch gefallen. Mit rund 90 Punkten verharrt der Index unter seinem 12-Monats-Durchschnitt.

aktuelle Informationen an Ihre Zielgruppe verschicken?
Newsletter Server V3: einfach, schnell, günstig!
20.10.16 | Artikel: 970090
Wie Tesla die Autobranche das Fürchten lehrt

Während sich die großen Automobilkonzerne weiterhin schwer tun, den großen Wurf im Bereich der E-Mobilität zu landen, feiert Tesla mit seinen reinen Elektrofahrzeugen weltweit Erfolge.

28.9.16 | Artikel: 970085
Vollständige Erdverkabelung in Baden-Württemberg

«Energiepolitisch vernünftig und nachvollziehbar», nannte Umweltminister Franz Untersteller die heute bekannt gewordenen Netzausbaupläne des baden-württembergischen Netzbetreibers TransnetBW.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
18.7.16 | Artikel: 970063
Wer will ein Wasserwerk fernsteuern? Jeder kann!

Zwei Sicherheitsleute der Webseite Internetwache.org untersuchten Milliarden Internet-Adressen und haben dabei allein 80 ungeschützte Anlagen des gleichen Herstellers ausfindig gemacht.

1.10.16 | Artikel: 970088
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu automatisiertem Fahren

Es ist eine verführerische Vision: Vollautomatische Autos chauffieren uns sicher ans Ziel, während wir Passagiere uns anderen Dingen zuwenden.