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Interview zum Safe Harbor-Urteil des EuGH und Datenspeicherung im Mittelstand

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Interview zum Safe Harbor-Urteil des EuGH und Datenspeicherung im Mittelstand

14.10.15  11:15 | Artikel: 963154 | News-Artikel (Red)

Interview zum Safe Harbor-Urteil des EuGH und Datenspeicherung im Mittelstand
[Symbolbild]
Viele haben sich auch schon vor dem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs nach Datenspeichermöglichkeiten in Deutschland umgesehen. Aber noch immer nutzen viele Firmen und Privatleute außereuropäische Anbieter, die Daten z.B. in Amerika speichern, wo sie laut Gerichtsurteil nicht sicher vor Zugriffen sind.

Regina Braungart, Redakteurin des Heuberger Bote in Spaichingen fragte Björn-Lars Kuhn nach den Folgen des EuGH-Urteils für hiesige Nutzer.

Das Interview wurde am 9. Oktober in der Lokalausgabe (Print) des Heuberger Bote veröffentlicht.

Herr Kuhn, wie sehen die Konsequenzen des Urteils für hiesige Internet-Nutzer aus?

Grundsätzlich sind alle Unternehmen, die Google, Facebook oder Office 365 benutzen, betroffen. Heute werden von der Playstation bis zum Handy 95 Prozent über Systeme amerikanischer Anbieter abgedeckt. Das Urteil hat eine Signalwirkung. Derzeit sind die europäischen Datenschützer daran, eine neu Regelung zu erarbeiten. Aber das Gericht hat auch gesagt: Keine Panik, bis dahin kann alles weiter laufen. Ich spüre aber schon seit zwei bis drei Jahren das Bestreben von Firmen, möglichst deutsche Anbieter zu suchen, um die Problematik zu umgehen. Es geht auch oft um Papierkrieg: Wenn Sie zum Beispiel Google-Analytics nutzen, brauchen Sie einen Vertrag mit Google, der umfangreich ist.

Es geht also vor allem um das sichere Speichern der eigenen Daten?

Es geht auch um das Übermitteln persönlicher Daten durch Facebook, Google und andere. Firmen, die ihre Zeichnungen etwa in einer amerikanischen Cloud ablegen, geben damit praktisch Betriebsgeheimnisse und Knowhow preis, ohne zu wissen, wer darauf Zugriff hat. Stichwort Wirtschaftsspionage. Das ist den Firmen vermehrt durch die Snowden-Entüllungen bewusst.

Das heißt, wenn Firmen ihre Betriebsgeheimnisse auf deutschen Servern speichern, sind sie sicher?

Ja, gerade kleinere Provider/Rechenzentren wie IT-Business oder andere oder auch wir, die wir eigene Server bei einem Provider in Würzburg stehen haben, unterliegen nicht einmal der Vorratsdatenspeicherung. Auf unsere Geräte hat nicht einmal der Provider, bei dem wir sie untergestellt haben, Zugriff. Das müssen wir auch nachweisen, zum Beispiel wenn es um Bankgeheimnisse geht.

Wie viele Firmen wie Ihre, die so etwas anbieten, gibt es in unserem Raum Spaichingen-Heuberg?

Ich schätzte schon eine gute Handvoll, aber es sind nur noch so wenige, weil der Konkurrenzdruck sehr hoch ist und man gegenüber kostenlosen amerikanischen Anbietern dafür bezahlen muss. Aber wenn es um sensible Daten geht, sind Firmen gern bereit, etwas für den Schutz zu zahlen.
Nach dem Urteil am Dienstag spekulieren Fachleute, dass es jetzt einen vermehrten Zustrom auf deutsche IT-Anbieter geben wird. Stimmt das nach Ihrer Einschätzung?
Ja, das glaube ich schon, denn selbst wenn amerikanische Anbieter europäische Server nutzen, sind sie doch amerikanischem und nicht deutschem Recht unterworfen.

Wie viele Firmen aus unserer Region schätzen Sie nutzen bereits deutsche Anbieter?

Es gibt zwei Lager. Die einen sind sich der Sachlage nicht bewusst und die anderen schwenken nach dem NSA Skandal Richtung Sicherheit um. Es sind momentan schätzungsweise zehn bis 20 Prozent, die hier gewechselt haben.

Wie stellen Sie sich in Ihrer Firma auf das EuGH-Urteil ein? Gibt es einen strategischen Schwenk?

Nicht grundsätzlich, weil wir ja schon länger auf deutschen Servern arbeiten. Ich bin auch externer Datenschutzbeauftragter für ein paar Firmen, wie Steuerberater oder Medizintechnikfirmen. Da weise ich auf die geänderte Rechtslage hin.

Aber wird es einen großen Schub geben?

Das ist wohl hauptsächlich eine Bequemlichkeits- und Bewusstseinsfrage. Einen deutschen Anbieter muss man erst mal suchen, dann bezahlen; die amerikanischen Angebote sind so bequem. Ein Klick und fertig. Nach dem Urteil ist diese Praxis zwar nicht mehr legal, aber auch nicht illegal bis es eine Neuregelung, vielleicht ein neues Safe Harbor Abkommen gibt, weil die amerikanische Lobby doch groß ist. Man muss wissen, dass Datenschutzrecht kein Strafrecht ist, das heißt, bei einem Verstoß gibt es nach Rügen im schlimmsten Fall ein Bußgeld.




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(Autor: Regina Braungart, Björn-Lars Kuhn)


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