Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

EEG-Umlage um 20% senken durch Einbeziehen des internationalen Stromhandel

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










zukünftig kostenpflichtiger Artikel

EEG-Umlage um 20% senken durch Einbeziehen des internationalen Stromhandel

15.10.15  11:45 | Artikel: 963160 | News-Artikel (Red)

EEG-Umlage um 20% senken durch Einbeziehen des internationalen StromhandelIn den letzten Jahren wurde in Deutschland immer mehr Strom zu den Nachbarländern exportiert. Die Zahlen der ENTSOe (Betreiber des Europäischen Verbundnetzes) deuten auch für das Jahr 2015 neue Exportüberschüsse an. Zu unseren Nachbarn werden allerdings nur dann Strom exportiert, wenn in diesen Ländern auch jemand bereit ist dafür zu zahlen.

Der Preis für Strom Made-In-Germany ist meist deutlich geringer, als die heimische Erzeugung – ein Grund ist auch die EEG-Umlage, welche dafür sorgt, dass Großhandelspreise für Strom sehr niedrig sind.

Vermarktung EEG-Strom

EEG § 59

(1) Die Übertragungsnetzbetreiber müssen selbst oder gemeinsam den nach § 19 Absatz 1 Nummer 2 vergüteten Strom diskriminierungsfrei, transparent und unter Beachtung der Vorgaben der Ausgleichsmechanismusverordnung vermarkten.

Die Vermarktung erfolgt an der EPEXSpot in Paris, welche auch hinsichtlich des Austausches von Strommengen keine direkten Grenzen kennt. Dank PCR (Price Coupling Regions) werden bei Preisunterschiede zwischen den Ländern versucht bis zur maximalen Kupplungskapazität die Preise anzupassen. Ein niedriger Preis in Deutschland sorgt damit auch für den Rückgang der Preise in Frankreich. Allerdings muss man verstehen, dass der Preis in Deutschland exklusive der EEG-Umlage ist.

Zahlungspflicht EEG-Umlage

EEG § 60

(1) Die Übertragungsnetzbetreiber können von Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die Strom an Letztverbraucher liefern, anteilig zu dem jeweils von den Elektrizitätsversorgungsunternehmen an ihre Letztverbraucher gelieferten Strom die Kosten für die erforderlichen Ausgaben nach Abzug der erzielten Einnahmen und nach Maßgabe der Ausgleichsmechanismusverordnung verlangen (EEG-Umlage). Es wird widerleglich vermutet, dass Energiemengen, die aus einem beim Übertragungsnetzbetreiber geführten Bilanzkreis an physikalische Entnahmestellen abgegeben werden und für die keine bilanzkreisscharfe Meldung eines Elektrizitätsversorgungsunternehmens nach § 74 vorliegt, von dem Inhaber des betreffenden Bilanzkreises an Letztverbraucher geliefert wurden. Der Anteil ist so zu bestimmen, dass jedes Elektrizitätsversorgungsunternehmen für jede von ihm an einen Letztverbraucher gelieferte Kilowattstunde Strom dieselben Kosten trägt. Auf die Zahlung der EEG-Umlage sind monatliche Abschläge in angemessenem Umfang zu entrichten.

Gemeinsam mit dem §61 des Erneuerbaren Energie Gesetzes wird geregelt, wer eigentlich verpflichtet ist die EEG-Umlage zu zahlen. Ähnlich der Umsatzsteuer ist die Umlage nur durch den Letztverbraucher zu zahlen. Der Stromhandel selbst kennt keine Steuern und auch keine Umlage. Im Gesetz ist nicht definiert, welche Rolle die Stromlieferung in das Ausland eigentlich einnehmen. Theoretisch könnte man ganze Länder als Letztverbraucher sehen, da die gelieferte Ware auch verbraucht werden will.

Kleine Änderung - Große Wirkung
Die notwendigen Änderungen am Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) sind minimal, damit der internationale Stromhandel an den EEG-Kosten beteiligt wird. Die Wirkung ist allerdings aus mehrerer Sicht erstrebenswert, denn zum einen wird das verfügbare Geld der privaten Haushalte in Deutschland durch Senkung der Stromkosten reduziert. Zum anderen würden die Stromerzeuger in den Nachbarländern profitieren, da der künstlich reduzierte Strompreis in Deutschland nicht mehr ein so großen Konkurrenzdruck auslöst, wie bisher.

Umsetzung einer EEG-Umlage auf Exportstrom
Im Rahmen der Preisbestimmung der Preiskopplung (Price Coupling) wird für Verkäufe von Strommengen aus der Deutschen Preiszone die EEG-Umlage hinzugefügt. Für Importe aus den Nachbarländern wird die EEG-Umlage entsprechend abgezogen.

Bei unseren Nachbarn wird der Ausstieg aus der Atomenergie, die Infrastruktursubvention für Kohlekraftwerke und der Ausbau der Erneuerbaren sehr unterschiedlich gehandhabt. Dadurch kommt es gerade im internationalen Stromhandel zu Verzerrungen, die eigentlich in dieser Form nicht in der Europäischen Union existieren sollte.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

Energiepolitik | Strommarkt | EEG

Schlagworte:

Stromhandel (24) | international (18) | EEG-Umlage (123) | Export (11) | EPEXSpot (9)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@963160







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

Besser im Netz gefunden werden.
Optimieren Sie jetzt Ihre Website!
27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.

22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.

7.2.17 | Artikel: 980004
Bundesbürger wünschen sich innovative Strom-Angebote

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden. …

Ihr eigenes Buch veröffentlichen.
Wir helden Ihnen dabei.
22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.