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Review: Sturmtief Iwan kreuzt das Stromnetz

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Review: Sturmtief Iwan kreuzt das Stromnetz

21.11.15  10:00 | Artikel: 963271 | News-Artikel (Red)

Review: Sturmtief Iwan kreuzt das StromnetzIn den vergangenen Tagen zog das Sturmtief Iwan über Deutschland hinweg. Wegen einer räumlich sehr unvorteilhaften Konzentration der Windkraftanlagen im Norden und einem fehlenden Ausbau im Süden, bringt ein solches fast jährlich auftretende Wettererscheinung das Stromnetz etwas durcheinander.

In anderen Worten, die Stromnetzbetreiber müssen für ihr Geld auch mal etwas arbeiten und nachdenken. Bei einem Sturmtief ist der Netzbetrieb eben nicht nur passiv auf die Anzeigen schauen und ansonsten einen Kaffee auf Kosten der Stromkunden genießen.

Tennet ruft den Notstand aus…

“Sowohl die Eingriffe in die konventionelle als auch in die erneuerbare Erzeugung sind Notmaßnahmen”, betonte Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Tennet TSO GmbH: “Sie sind nicht geeignet, die Versorgung auf Dauer zu sichern.” (Quelle: Wetzels Welt)

Es ist schon eigenartig, dass man im Jahrestakt bei den ersten Stürmen immer den Notstand ausruft, jedoch unterjährig fast nichts zum Thema hört. Schaut man dann noch auf die Ausbauzahlen der Windkraft in den letzten 24 Monaten, dann fragt man sich schon, wie viel Superlativ man heute benötigt, um in die Zeitung zu kommen.

Eine einfache Meldung ohne Dramaturgie hätte es wahrscheinlich nicht in die Welt geschafft. Ja, der große Iwan war bislang der kräftigste Sturm des aktuellen Winters, aber müssen es gleich Notmaßnahmen sein? Was für ein Bild wirft dies auf die so gerne propagierte Versorgungssicherheit in Deutschland? Helfen uns da etwa Braunkohlekraftwerke, die in 11,5 Tage wieder ans Netz gehen könnten?

Die Netzttransparenz Seite der vier Übertragungsnetzbetreiber nennt 102 Eingriffe in die Kraftwerksfahrpläne in der Tatzeit vom 17.11.2015 bis zum 19.11.2015. Ein um etwa 1/3 höherer Wert, als dies in einem anderen 3 Tageszeitraum üblich ist. Abgeregelt wurde vor allem in der Lausitz die Braunkohle und erhöht wurde Staudinger, Irsching, Rhein-Dampfkraftwerk-Karlsruhe sowie die Vorallberg Illwerke. Allein aus dieser Liste kann man schon erkennen, dass Iwan eine durchaus positive Auswirkung auf die Bilanz der Treibhausgase hatte.

Grund der MaßnahmeWirkleistungseinspeisung erhöhenWirkleistungseinspeisung reduzierenGesamt Ergebnis
Strombedingter Redispatch74.971 MWh174.650 MWh249621

Der extreme Unterschied zwischen den “Erhöhungen” und den “Reduktionen” ist ein Thema, welches die Bilanzjongleure der Netzbetreiber und Stromhändler einmal durchdenken sollten, aber besorgniserregend ist an diesen Zahlen erst einmal nichts.

Auf der einen Seite sorgt Iwan zwar für etwas Abwechslung im Betrieb, auf der anderen Seite ist in Deutschland noch recht viel Potential zur Regelung vorhanden.

Für den 18.11. melden die Netzbetreiber den folgenden Strommix:

EnergieträgerAnteil am 18.11.2015
Biomasse5%
Solar (Photovoltaik)3%
Wind (Onshore)39%
Wind (Offshore)3%
Laufwasser3%
Pumpspeicher1%
Steinkohle6%
Braunkohle16%
Erdgas5%
Nuklear14%

Ja, die 16% Braunkohle sind beachtlich – und die Stromerzeugung aus Steinkohle kam trotz der Anforderungen zum Erhöhen lediglich auf magere 6% (normal > 30%).





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Energiepolitik | Strommarkt | Netze

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Tennet (33) | Sturmtief | Stromnetz (103) | Windkraftanlagen (21) | Stromkunden (35) | Netzbetrieb (8)




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