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StromPager: So wird zukünftig unliebsamen Stromkunden per Fernsteuerung das Licht ausgeknipst

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StromPager: So wird zukünftig unliebsamen Stromkunden per Fernsteuerung das Licht ausgeknipst

28.11.15  10:30 | Artikel: 963295 | News-Artikel (Red)

StromPager: So wird zukünftig unliebsamen Stromkunden per Fernsteuerung das Licht ausgeknipstEs ist das Horrorszenario, welches im Buch Blackout von Marc Elsberg beschrieben wird. Per Fernsteuerung wird den Stromkunden die Versorgung mit elektrischer Energie geklaut. Den Netzbetreibern hatte man vorher vielleicht eine kleine Komponente im Zählerschrank schmackhaft gemacht, die in den Fachmedien mit Sätzen wie “StromPager reduzieren Kosten der Energienetzbetreiber und erhöhen Verbrauchersicherheit” redaktionell beworben wurde.

“Gemeinsam mit dem Stromnetz Berlin, dem Mobilfunknetzbetreiber e*Message W.I.S. Deutschland GmbH und der Bosch Software Innovations GmbH entwickelte IK Electronik eine funkbasierte Steuerungstechnologie: Den StromPager.”

IK Electronik ist Träger des "Großen Preis des Mittelstandes" im Jahre 2014

Wollte man einen Stromanschluss vom Netz trennen, so war es bislang notwendig einen Servicetechniker Vorort zu senden. Dadurch war zumindest etwas Schutz vor Willkür gegeben, da der Stromkunde schlicht den Zutritt verweigern konnte. Zwar haben einige Verteilnetzbetreiber durch die Hintertür versucht eine Zugangsberechtigung zum Zählerschrank über den Messstellenbetrieb zu erwirken, doch dagegen konnten sich die Anschlussinhaber recht leicht durch Wechsel des Messdienstleisters verwehren. Die eigenen vier Wände sind bislang im Gesetz recht umfangreich geschützt. Eine richterliche Anordnung ist notwendig, um dieses Refugium der Privatsphäre gegen den Willen des Bewohners zu betreten.

zutrittsberechtigung
Zutrittsberechtigung im Kleingedruckten
eines Einspeisevertrages (Syna GmbH)
Die Tricks, die Verteilnetzbetreiber anwenden, um den Strom abschalten zu können, sind sehr einfallsreich. Im Versorgungsgebiet des Verteilnetzbetreibers Syna GmbH ist die Zutrittsberechtigung ein Bestandteil des Kleingedruckten bei einem Einspeisevertrag. Ob bei einem solchen Zutritt im Zählerschrank ein StromPager verbaut wird, oder ein klassischer Rundsteuerempfänger, wird den meisten Stromkunden wohl unklar bleiben. Die Konsequenz ist jedoch erheblich.

Der klassische Rundsteuerempfänger ist vorgesehen, um zum Beispiel die Tarifumschaltungen bei einer HT/NT Versorgung zu ermöglichen. Photovoltaikanlagen ab einer bestimmten Größe benötigen einen solchen Empfänger, um bei einer Überlastung des Netzes getrennt zu werden. Stromanschlüsse für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen werden für einige Stunden am Tag stromfrei sein, wenn das Netz das entsprechende Signal sendet. Bei allen Anwendungsfällen gilt jedoch “gleiches Recht für alle”. Die vom Rundsteuersender beim Netzbetreiber ausgesendeten Signale werden von allen Anschlüssen im Versorgungsgebiet gleich empfangen und interpretiert. So ist die Wärmepumpe des Nachbarn zur gleichen Zeit ohne Strom, wie die Wärmepumpe im eigenen Keller.

Der StromPager von IK Elektronik erlaubt eine individuelle Ansteuerung der Stromanschlüsse. Bedenkt man die Qualität der Stammdaten über Netzanschlüsse bei den Verteilnetzbetreibern, kann es einem mulmig werden. Experten gehen davon aus, dass etwa 7% der Stammdaten fehlerhaft sind – bei Stichproben von blog.stromhaltig waren es bei gründlichem Hinsehen eher 10%. Was bedeutet dies? Der Netzbetreiber möchte vielleicht aus irgend einem Grund den Anschluss meines Nachbarn lahmlegen, weil jedoch die hinterlegte Kennung des StromPagers falsch ist, geht bei mir das Licht aus.

Die Kommunikation mit dem StromPager wird über das Funknetz der e*Message GmbH getätigt. Ein Funknetz, welches terrestrisch über Sendemasten realisiert wird und somit in irgend einem freien Frequenzband arbeitet. Beim Betrachten des InfoFlyers des TK-Anbieters zum StromPager könnte man den Eindruck gewinnen, dass das 2 Meter-Band verwendet wird, welches eigentlich für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr vorbehalten ist. Ebenfalls im Dokument enthalten ist der Hinweis, dass als Protokoll POCSAG eingesetzt wird, welches zunächst keine eigene Verschlüsselung kennt und erst mittels einer weiteren Verschlüsselungsschicht wie IDEA geschützt werden kann. Wie auch immer ist die Königsfrage: Was passiert, wenn der StromPager nicht empfangen kann? Strom an – oder Strom aus? – Was passiert, wenn jemand mutwillig oder durch eine falsche Einstellung die Frequenz blockiert?

Im PT-Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft wird ausgeführt:

"Natürlich sind bei Pilotanwendungen immer Verbesserungen zu erwarten, das ist ja auch der Sinn der Sache", erläutert der Experte. So wurde im Nachgang etwa noch die mobile Anwendung des Monteurs optimiert: Dieser kann jetzt selbst eine Einzelsteuerung vornehmen und erhält gleich darauf die Rückmeldung zur Parametrierung. "Durch diese Lernschleife können wir jetzt ein System ganz ohne Kinderkrankheiten anbieten", so Röstel. In einem nächsten Rollout soll das Gerät gleich in fünf weiteren Netzen verbaut werden.

Vielleicht eine etwas unglückliche Formulierung, denn es bedeutet auch, dass man Fehler lernen kann… Schutz vor Kinderkrankheiten, oder Blackout Gefahr? – Damit sollte sich der Bevölkerungsschutz und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik einmal näher beschäftigen. Am besten bevor der Roman von Elsberg zu stark die Wirklichkeit trifft.





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Energiepolitik | Gesellschaft | Sicherheit

Schlagworte:

StromPager | Stromkunden (35) | Blackout (16) | Fernsteuerung | Zugangsberechtigung




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