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Claudia Kemfert: Der Ölpreis ist niedrig wie nie: warum ist dies so? und was bedeutet dies für den Klimaschutz?

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Claudia Kemfert: Der Ölpreis ist niedrig wie nie: warum ist dies so? und was bedeutet dies für den Klimaschutz?

10.12.15  09:35 | Artikel: 963332 | News-Artikel (Red)

Claudia Kemfert: Der Ölpreis ist niedrig wie nie: warum ist dies so? und was bedeutet dies für den Klimaschutz?
Prof. Dr. Claudia Kemfert
© Oliver Eltinger
Der Ölpreis erreicht ein neues Rekordtief. Mit welchen Auswirkungen können Verbraucher und Autofahrer in Deutschland rechnen?

Derzeit sinken die Benzin- und Heizölpreise. Ein niedriger Ölpreis ist Segen und Fluch zugleich. Segen, da die Volkswirtschaft von Öl- importierenden Ländern wie Deutschland von niedrigen Ölpreisen profitieren kann. Fluch, da es zu mehr Energieverschwendung verleitet und das Energiesparen vernachlässigt wird.

Läutet die Entscheidung der OPEC eine neue, längere Niedrigpreis-Phase ein?

Wir befinden uns mitten in einem Kampf ums Öl. Die USA haben durch ihre Öl-Angebotserhöhung maßgeblich zum Verfall der Ölpreise beigetragen. Die OPEC ist nicht bereit weniger Öl zu fördern. Die Ölpreise sind in der Folge massiv gesunken. Ein niedriger Ölpreis schwächt vor allem die Öl- Lieferländer wie Russland, Venezuela oder auch viele arabische Länder. Der Preis würde allerdings steigen wenn 1. die USA ihre teure Öl Fracking Förderung nicht in dem bisherigen Umfang aufrecht erhalten können. 2. Die OPEC Förderkürzungen akzeptiert und 3. Die weltweite Ölnachfrage aufgrund wirtschaftlicher Erholung und niedriger Preise deutlich ansteigt.

Was steckt politisch hinter der Entscheidung der OPEC?

Es geht um Macht. Die OPEC Staaten haben ein Interesse daran, weiterhin viel Öl zu fördern und die USA indirekt zu zwingen, weniger Öl zu fördern. Die USA wiederum haben ein Interesse, Öl- exportierende Staaten wie insbesondere Russland und arabische Staaten wirtschaftlich zu Schwächen. Es herrscht ein Machtkampf, Öl ist wie so oft eine politische Waffe.

In Paris tagt die Klimakonferenz. Welches Signal geht von der Ölpreis-Entscheidung aus?

Niedrige Ölpreise können Investitionen in nachhaltige Mobilität und Energiesparen, vor allem im Gebäudebereich, verschieben. Niedrige Ölpreise können zu kurzfristiger Energieverschwendung verleiten. Allerdings ist Öl keine unendliche Ressource, bei weiter steigender Nachfrage sind weitere Konflikte und Gefahren vorprogrammiert. Die Pariser Klimakonferenz muss somit nicht nur aus Klimaschutzgründen klare Signale für die Abkehr von fossiler Energien, insbesondere Kohle und Öl, geben. Die Zeit ist vor allem für Öl-reiche Staaten günstig, in klimaschonende Technologien zu investieren. Klimaschutzpolitik ist somit auch in Punkto Öl- Verteilungskämpfe eine Art Friedenspolitik.


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Autor: Claudia Kemfert

www.claudiakemfert.de

Claudia Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ist Professorin an der Hertie School of Governance in Berlin und berät immer wieder Politiker zum Thema Energie und Klimaschutz. Vor kurzem kam ihr Buch “Kampf um Strom” heraus, in dem sie mit den Ökomythen & Energie-Irrtümern aufräumt.



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Themenbereiche:

Energiepolitik | Klimapolitik

Schlagworte:

Ölpreis (9) | Claudia Kemfert (13) | Klimaschutz (128) | OPEC




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