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Deutsches Atomforum nennt Pariser Klimavertrag einen Meilenstein der Kernenergie

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Deutsches Atomforum nennt Pariser Klimavertrag einen Meilenstein der Kernenergie

15.12.15  10:00 | Artikel: 963347 | News-Artikel (Red)

Deutsches Atomforum nennt Pariser Klimavertrag einen Meilenstein der KernenergieZugegeben, bei der Klimakonferenz in Paris ist mehr herausgekommenen als vorher befürchtet. Gerade die Politiker feiern sich nun gegenseitig, denn mit einem Konzens wie “Die Staaten sollen sich anstrengen, das zu erreichen” darf sich jeder als Sieger fühlen. Ein Erfolg ist mit Sicherheit, dass man verstanden wird, wenn man von Dekarbonisierung spricht (auch wenn die Rechtschreibprüfung das Wort noch nicht kennt). Wenn alle nun auf dieses Ziel schauen, dann verliert man andere Ziele aus dem Auge.

In Deutschland wurde die Energiewende lange aus dem Blickwinkel des Atomausstiegs definiert. Die neue Weltrettung auf 31 Seiten ist bei einem Punkt erstaunlich offen “Auch aus dem Netz kommt in der Zukunft zu 100 Prozent Ökostrom” (taz) ist ein Wunschdenken, was wohl eher “100 Prozent CO2-neutraler Strom” heißen sollte.

Das Deutsche Atomforum e.V. deutet die Ergebnisse von Paris für sich:

”In vielen Staaten ist die Kernenergie auch langfristig Bestandteil der Energie- und Klimastrategie. Zusammen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien kann sie ein maßgeblicher Teil der Klimapolitik sein, wo Akzeptanz besteht und die Rahmenbedingungen stimmen”, so Dr. Ralf Güldner, Präsident des DAtF.

Mit rund 11% an der globalen Stromerzeugung, sieht der gemeinnützige Verein die Kernenergie nach der Wasserkraft als zweitsichtigste Quelle für CO2-armen Strom. Allein der Hinweis, dass es nicht um CO2-freien Strom geht, zeigt die Weitsicht des Vereins, dass man Atomstrom als Klimaretter sieht und von den Fehlern der anderen gelernt hat. Die Ablehnung von Greenpeace für Elektroautos beruht zum Beispiel auf der fehlerhaften Darstellung mancher Hersteller, dass diese “Zero-Emission” hätten.

Es gibt das Gedankenkonstrukt, dass alles von der Wirtschaft ausgeht und somit auch ein Vorhaben wie der Atomausstieg eine Reaktion des Marktes auf eine Übersättigung ist. Der politische Vollzug in Deutschland somit lediglich eine Reaktion zur bürgerlichen Legitimation. Im Jahre 2015 wird eine der modernsten Volkswirtschaften der Welt einen Anteil von ~11% Atomstrom im Jahresmix haben – just die gleiche Menge, wie es der weltweite Schnitt scheint. Der Aufbau von Strom aus Wind und Sonne somit über Jahre in Deutschland fälschlich mit dem Atomausstieg in Verbindung gebracht, anstelle es einer vorausschauenden Dekarbonisierung zuzuschreiben.

“In Deutschland werden die Kernkraftwerke im Rahmen ihrer Laufzeiten weiter verlässlich ihren Beitrag zur Emissionsminderung und zur Stromversorgung erbringen wie in den vergangenen Jahrzehnten”, so Güldner weiter.

und

“Industrie und Forschung in Deutschland werden mit Ihrem Know-how bei der sicheren und friedlichen Nutzung der Kernenergie weiter einen Beitrag zur Klimapolitik leisten, dort wo die Kernkraft ein Bestandteil der Energiezukunft bleibt oder werden soll”, erklärt Güldner.

Es ist die Position eines Verbandes, der ein klares Ziel verfolgt. Das Thema Endlager und Risiken nicht anzusprechen scheint legitim. Weniger legitim ist es zumindest aus Sicht von blog.stromhaltig eine Manipulation der Prämissen für die Energiewende herbeiführen zu wollen. Spricht man von einer Strahlenbelastung über viele Hundert Jahre, dann sollte man auch Entwicklungen wie das von SGCC angekündigte weltweite Stromnetz genau im Blick behalten, bevor man sich als Klimaretter positioniert.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Klimapolitik | international

Schlagworte:

Klimapolitik (9) | Paris (13) | Klimaschutzabkommen (3) | Atomkraft (32)




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