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Franz Alt: Deutschland bremst bei der Energiewende

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Franz Alt: Deutschland bremst bei der Energiewende

03.06.16  08:30 | Artikel: 970044 | News-Artikel (Red)

Franz Alt: Deutschland bremst bei der Energiewende
Franz Alt
Bild: sonnenseite.com
Warum brauchen wir immer erst Katastrophen bis wir aufwachen? Seit Jahrzehnten diskutiert die Welt über den Klimawandel.

In Paris wurde im Dezember 2015 von 195 Regierungen endlich beschlossen, den Klimawandel ernsthaft zu bekämpfen und eine weltweite Energiewende einzuleiten. Eine der wenigen Regierungen, die diese Beschlüsse jetzt sabotiert, ist die große Koalition in Berlin. Die Groko unterstützt weiter die alte Kohlekraft anstatt die Erneuerbaren Energien, denen die Zukunft gehört.

Und das passiert in einer Woche, in der jetzt der Klimawandel auch in Deutschland so richtig zuschlägt. Nun sind auch hier die ersten Todesopfer zu beklagen: Harmlose Bäche werden zu reißenden Strömen, hunderte Menschen müssen mit Hubschraubern von ihren Dächern gerettet werden, Kinder übernachten wegen des Hochwassers in Schulen.

Bisher war die Klimakatastrophe immer weit weg. In Afrika sind bereits 18 Millionen Klimaflüchtlinge unterwegs, die ersten kommen jetzt über das Mittelmeer zu uns wie 2015 die Syrien-Flüchtlinge – und müssen dabei tausendfach ertrinken. In Bangladesch sind Teile des Landes mit 164 Millionen Menschen bereits unbewohnbar, am Südpol und Nordpol schmilzt das Eis dramatisch und damit die wichtigsten Süßwasserreserven unseres Planeten, im Südpazifik sind die ersten Inseln durch den Anstieg des Meeresspiegels verschwunden. Ein Rekord-Hitzejahr jagt das andere.

Jetzt sehen und spüren wir auch bei uns, was der Klimawandel mit uns anstellt: Bäume und Autos werden mitgerissen, Wasser schießt durch Wohnhäuser in Bayern und Baden-Württemberg, Katastrophenalarm im Landkreis Rottal-Inn.

Wir verbrennen heute an einem Tag mit Kohle, Gas und Öl so viele Ressourcen wie die Natur in einer Million Tagen angesammelt hat. Das hält dieser Planet auf Dauer nicht aus. Mit unserer heutigen Energiepolitik verbrennen wir die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Der weltweit renommierte deutsche Klimaforscher Professor Hans-Joachim Schellnhuber hat sein neues Buch "Selbstverbrennung" genannt. Ein schrecklicher Titel, der aber unsere Lage exakt beschreibt.

Dabei erleben wir in Deutschland gerademal die noch harmlosen Vorboten des Klimawandels. Aber genau in dieser Zeit bremst die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien, damit die alten Energieversorger weiterhin ihre Kohlkraftwerke betreiben können. Die Große Koalition in Berlin geht wieder einmal vor der mächtigen Kohlelobby in die Knie.

China, die USA, Indien, und viele andere Länder von Iran bis nach Marokko beschleunigen die Energiewende, aber der einstige Vorreiter Deutschland bremst sie aus. 2015 wurden weltweit über 285 Milliarden Dollar in den Ausbau von erneuerbaren Energien investiert. Das entspricht einer Leistung von 150 Atomkraftwerken. Bis 2012 gehörte Deutschland zu den Pionieren, inzwischen gehören wir eher zu den Bremsern. Wie viele Katastrophen wie in dieser Woche müssen denn noch passieren bis wirklich etwas passiert?




(Autor: Franz Alt)


1 Kommentar(e) zum Artikel.
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Hans Arpke Freitag, 3. Juni 2016 um 09:40

Seit Wochen beobachte ich, dass sich Aktivisten, Naturschutzverbände und Kirchengruppen zusammen tun und Brandbriefe an die Bundesregierung schicken.
Die Angesprochenen sorgen weiter unbeirrt dafür, dass Braunkohle auf Volldampf fährt und die Erneuerbaren in Bürgerhand wieder eliminiert werden.
Warum tun sich diese Organisatoren nicht zusammen und verbreiten die Zusammenhänge in einer koordinierten Aktion einfach und verständlich an die Millionen von Mitgliedern, Mitstreitern und Gläubigen in unserer Gesellschaft?


Themenbereiche:

Energiepolitik | Klimawandel

Schlagworte:

Katastrophen (6) | Groko (16) | Klimaschutzgründe (2) | Klimazirkus (2)




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