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Heizungsbauer und Installateure: Nur Dilettanten oder Abzocker unterwegs

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Heizungsbauer und Installateure: Nur Dilettanten oder Abzocker unterwegs

08.06.16  09:00 | Artikel: 970046 | News-Artikel (Red)

Heizungsbauer und Installateure: Nur Dilettanten oder Abzocker unterwegsMit dem Kauf der neuen Immobilie blieb es nicht aus, dass man des öfteren auf Handwerker angewiesen war. Doch schnell merkt sogar der Endkunde, dass es mit dem Wissenstand dieser Zunft wohl nicht zum Besten steht. Alternativ werden Preise aufgerufen, dass es einem kalt den Rücken runter läuft. Ein paar Beispiele aus den letzten drei Monaten.

1. Kundendienst der Fa. Buderus

Im Dachgeschoss steht so ein altes Möhrchen von Kachelofen mit einem Buderus Öl-Heizeinsatz. Dieser sprang nicht an und draußen war es kalt. Also der Griff zum Telefon und der Monteur kommt ein paar Tage später. Da so ein Ofen nur aus einer Hand voll Bauteile besteht, sind die Fehlermöglichkeiten eher gering und bei der Auswahl eines defekten Teils ist die Trefferquote hoch. Stolze 700 Glocken kostete das Steuergerät, was auch fix getauscht wurde.

Nun kann man sagen, das da so richtig Hightech drin ist ... aber das ist wohl übertrieben. Sei's drum.

Bei Hinsehen bemängelte der Monteur, dass der Thermostatregler im Wohnzimmer nicht original von Buderus ist; das könne Probleme bereiten.
Mal abgesehen davon, das der seit 20 Jahren seinen Dienst erfüllt, googlete ich nach dem Preis solch einer neuen Gerätschaft. Knapp 150 Euronen werden bei eBay für ein Plastikgehäuse mit Bimetall und Drehscheibe aufgerufen. Beim Fachhändler des Vertrauens werden es dann 400 sein.

Wer es warm haben will, muss tief in die Tasche greifen.


2. Installation Solarthermie-Anlage

Vitosol-200
Vitosol 200 [Foto: Viessmann]
Die Installation der Anlage lief im Prinzip problemlos. Das sind Arbeitsschritte, die jeder Monteur im Laufe der Zeit tausendfach gemacht hat. Aber eben nur das.
Angeschlossen, in Betrieb genommen, läuft .. und macht warmes Wasser. Weitergehende Fragen, insbesondere das Zusammenspiel mit der bestehenden Heizungsanlage, konnten nicht beantwortet werden.

Also muss man als Endkunde wieder selber ran, wenn man merkt, dass Heizung und Solarthermieanlage beide heizen, weil keine spezifischen Einstellungen vorgenommen wurden bzw. werden konnten. Mehrere Stunden Google und Betriebsanleitungen von allen Geräten brachten dann die gewünschten Ergebnisse: Das Wasser im Speicher wird jetzt bis auf 90° C aufgeheizt und die Heizung selber hält sich raus und darf nur mitspielen, wenn die Wassertemperatur unter 45 Grad sinkt.

Stellt sich die Frage, warum eine Heizungsfachmann bzw. Fachbetrieb das nicht kommunizieren kann. Man darf vermuten, dass der Verkauf wichtiger ist, als die Beratung.

Fachfragen beantwortet das Internet. Der örtliche Heizungsjogi ist nur der Schrauber im Keller.


3. Austausch Wasserzähler / Arbeiten an Wasserleitungen

Wasseruhr
Wasseruhr mit Hauptabsperrhahn
Nicht nur für die Heizung braucht man die Handwerker sondern auch für die Kaltwasserinstallation. Das Hauptabsperrventil im Keller lies sich nicht vollständig schließen. (Meister Röhrich würde wohl sagen: vergriesgnaddelt). In dem Zuge musste gleich noch der Wasserzähler getauscht und ein paar alte Unterzähler ausgebaut werden. Das sollte kein Problem darstellen. Der Meister selbst legt Hand an und in 6,5 Stunden (mit Smalltalk und guten Ratschlägen) war die Arbeit getan.

Als es dann um die Entscheidung ging, einen BWT Wasserfilter einzubauen, wurde ich stutzig. Gut 350 € für ein Bauteil, was es im Netz vom gleichen Hersteller für gut 100 € gibt ...

Darauf angesprochen wurde damit argumentiert, dass diverse Hersteller - darunter auch BWT - verschiedene Produktionslinien betreiben und Billiganbieter im Netz und Baumärkte mit minderwertiger Ware versorgt werden. Hohe Qualität könne man nur über den Fachhändler beziehen. Ich staunte Bauklötze. Sind die Hersteller so dreist und verticken an Hornbach, Obi und Co nur minderwertigen Ramsch? Oder lügt mich der Meister dreckig an? Eine Anfrage bei BWT ist noch offen ...

Aber mehr als ein Verdacht beschleicht einen, wenn man die Rechnung genauer ansieht. Sämtliche verbauten Teile sind mit einer Gewinnspanne von locker 500% aufgelistet. Da kostet eine kleine Rotguss-Muffe (1 1/4 Zoll) gleich mal 18,50 €. Kostet im Netz knapp 3 €. Ob da die Hersteller durch die Bank auch nur 2. Wahl liefern? Habe ich jetzt Premium-Muffen gekauft?


4. Brötje Fachmann zur Beratung

Da trotz ausgiebigem Studium diverser Anleitungen der Heizung Fragen offen blieben, musste ein Fachmann her.
Hersteller Brötje selbst gibt ja keinerlei Hilfestellungen in Form von Hotlines, Foren oder FAQ-Listen. Wer wissen will, wo der Einschaltknopf ist, muss den Fachmann beauftragen. Cash-Cow pur. Scheint wohl eine Grundeinstellung zu sein, sich nicht mit Endkunden abzugeben. Die stellen ja eh bloß unsinnige Fragen. Hauptsache ist ja , das die ein Produkt gekauft haben.

Doch zurück zum "Fachmann". Dem erklärte man das Problem, dass die Anlage mehrmals am Tag den Kessel anwirft um auf eine Mindesttemperatur zu kommen, obwohl sie eigentlich ausgeschaltet ist.
Reaktion: Anruf bei der Hersteller-Hotline. Antwort: Kann man nicht abstellen, der Kessel benötigt eine Grundtemperatur. Dafür also den Fachmann (Hotline für Fachhändler: 04402-808510)

Schöne Sache, wenn sich den ganzen Sommer über der Kessel selber heizt. Definitiv vermutlich bekannter Pfusch vom Hersteller Brötje.

Den Termin mit einem Fachmann kann man sich sparen - 3 Jahre Ausbildung für die Katz und so was wird dann als Fachhändler auf der Herstellerseite gelistet.
(Was kostet so ein Link?)


Was lernen wir daraus?

Das waren jetzt vier Firmen in knapp vier Monaten und jedes Unternehmen hat entweder keinen Plan oder zockt den Kunden ab. Was nutzen da die Lippenbekenntnisse der Hersteller von wegen Energieeffizienz und modernen Anlagen, wenn es nur darum geht den Müll an den Endkunden zu verkaufen. Hautsache die Gewinnspanne des Händlers passt, Plan braucht man da eher nicht. Vermutlich ist eine Aufstellanleitung bei den meisten Anlagen mit dabei: Modell IKEA - auch für Dumme geeignet.

Da stellen sich mir drei Fragen: Wie testet man die Kompetenz eines Fachbetriebes vor Auftragserteilung und ... warum zahlt man eigentlich die Rechnungen der Betriebe und warum sagen die Installateure den Herstellern nicht, dass ihre Produkte mangelhaft sind?

Aber vermutlich lässt sich Schweigen erfahrungsgemäß gut mit Geld erkaufen.



Nachtrag, 8.6.16 - Stellungnahme der Fa. BWT:

Wir produzieren und verkaufen unsere Produkte ausschließlich über den 3-stufigen Vertriebsweg!
Das heißt unser direkter Kunde ist der Sanitärgroßhandel und über diesen bezieht der regionale Installateur unsere Produkte!

Alle sich in unserem Preiskatalog 2016 enthaltenen Produkte (auch der BWT Bolero Filter) sind Qualitätsprodukte und werden nicht in unterschiedlichen Qualitätsstufen produziert!

Wenn Produkte von uns im Internet auftauchen dann kommen Sie in den meisten Fällen von Installateuren die nebenbei einen Online-Shop betreiben!
Gekauft werden aber auch in diesem Fall die Produkte über den Sanitärgroßhandel! Hier haben wir keinen Einfluss auf die Preisgestaltung!

BWT Austria GmbH, BWT Wassertechnik GmbH




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Unternehmen | Wirtschaft | Kunden

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