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Strom DAO - Einfach(er) erklärt

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Strom DAO - Einfach(er) erklärt

20.06.16  09:45 | Artikel: 970051 | News-Artikel (Red)

Strom DAO - Einfach(er) erklärtNachdem einige Leser zum Beitrag „Ein Stromanbieter aus der Blockchain – Strom DAO“ kommentiert haben, dass sie eine etwas andere Erklärung wünschen ein zweiter Versuch.

Bei privaten Stromkunden ist es vollständig egal, welchen Anbieter er gewählt hat – der Strom der aus der Steckdose kommt wird der gleiche sein. Die Leistung des Stromanbieters besteht darin, dass er Erzeugungskapazitäten anmietet entsprechend dem Verbrauch seiner Kunden. Im Gegenzug stellt er den Kunden eine Rechnung und kümmert sich um die Bezahlung. Alles Tätigkeiten, die keinen Wert haben, da sie mit IT gut automatisierbar sind. Einzige Geschmacksrichtung, die der Stomanbieter geben kann, ist die Auswahl der Erzeugung: Grob Konventionell oder Erneuerbare.

Damit das Geschäft mit privaten Stromkunden funktioniert, sind Stromtarife weites gehend automatisiert. Jeder, der die Setup-Gebühr aufbringen kann, kann ein Stromanbieter werden. Stellt sich die Frage: Warum nicht jeder Leser, jeder Bürger?

Der Hauptgrund gegen viel mehr Stromanbieter sind die recht hohen Setupkosten (etwa 10.000€), welche sich nur rechnen, wenn man entsprechend viele Stromkunden am Ende beliefern kann. Kleinere Stadtwerke nutzen zum Beispiel ihren lokalen Bezug für „lokale Stromtarife“ , andere versuchen auf der Bekanntheit eines TV-Senders an Reichweite und Kunden zu kommen (Beispiel: SAT1). Neben dem Einspiel der Setupkosten entstehen dann natürlich auch Kosten für die Werbung und den Zwang einen Gewinn zu erzielen.

Das ideale Konstrukt würde eine Art Einkaufsgemeinschaft sein. Eine Vielzahl von Stromkunden schließt sich zusammen – bildet einen Stromanbieter und betreibt diesen in Zukunft selbst. Eine Genossenschaft könnte man hier als Unternehmensform nehmen, welche jedoch weitere Verpflichtungen und vor allem auch juristisch einige Fallstricke mit sich bringt. Wie können viele Stromkunden sich zusammenschließen? Wie kann die Mitbestimmung erhalten bleiben? – Das ganze möglichst ohne Kleingedrucktes und langem Vertragswerk….

An dieser Stelle bietet sich die Blockchain an. Ein Konstrukt, bei dem man mittels Programm-Code innerhalb von Smart-Contracts einfache Regeln hinterlegen kann. Zum Beispiel die Regel, dass viele Stromkunden einen Betrag einzahlen können, dieser aber streng zweckgebunden ist: Gründung eines Stromanbieters. Die Zweckbindung regelt der Programm-Code. Die Einzahlung kann sogar anonym erfolgen…

Ist das Geld zusammen, dann sind einige Entscheidungen zu treffen. Der Programm-Code regelt dabei, was wie abgestimmt werden kann. Im Falle der Strom DAO ist die erste Abstimmung die Auswahl eines White-Label-Anbieters. Da in einer Blockchain jeder mitbekommt, welche Transaktionen ausgeführt wurden, ist auch klar, dass nach der Abstimmung genau ein Anbieter gewählt wurde und einige Zeit später der neue Stromtarif existiert. Doch auch nach der Überwindung der Anfangshürde „Setupkosten“ sind Entscheidungen notwendig. Wie viel Marge soll auf den Tarif aufgeschlagen werden? Sollen auch Personen den Tarif nutzen können, die nicht investiert haben? Welchen Namen gibt man dem Stromangebot?

Der Programm-Code wacht über die gesamte Lebzeit darüber, dass nur nach einem Mehrheitsbeschluss die Gelder freigegeben werden. Dies ist gleichzeitig eine Stärke, aber auch eine Schwäche des Konstrukt einer DAO.

Was ist die Strom DAO?

  • Eine Art Interessengemeinschaft
  • Ein Regelwerk, welches auf Programm-Code aufgebaut ist
  • Eine Art Investition mit Zweckbindung
  • Eine Einkaufsgemeinschaft für Stromkunden

Erst wenn hierüber durch eine Gruppe von Personen ein Markt-Konsens hergestellt wurde, kann man mit der eigentlichen Innovation beginnen. Denkbar sind hierbei sehr viele unterschiedliche Richtungen von der Einbindung der Smart-Meter zur Realisierung von sogenannten Arbitrage-Geschäften zwischen Standardlastprofil des Verteilnetzbetreibers und Zählerstandsgang des Kunden. Oder die Umwandlung von Stimmrechten in verbrauchte Kilo-Watt-Stunden, oder Peer-2-Peer Bilanzierung in der Blockchain.

Die StromDAO hat übrigens die Vertragsaddress 0x683C53084d997e6056C555F85F031f8317E26c2B in der öffentlichen Ethereum Blockchain.

Zum Abschluss die Schritte um mitzumachen:

  • Entweder eine WebWallet oder Client Wallet (empfohlen) einrichten.
  • „Ether“ erwerben (zum Beispiel bei CEX.IO) oder in der Client Wallets Bitcoins gegen Ether tauschen
  • Gewünschten Betrag an die Strom DAO senden.
  • Nach Bestätigung (ca. 1 Minute) erhält man die Tokens (Stimmrechte) gutgeschrieben.

Da die Stimmrechte eindeutig sind, steigt deren nomineller Wert, wenn die Strom DAO erfolgreich wirtschaftet. Sie Stimmrechte können beliebig transferiert werden und verbriefen (per Programm Code) die Eigentümerschaft an der Strom DAO.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

Netze | Strommarkt | Datenschutz

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Blockchain (5) | Stromzähler (16) | Bilanzierung (7) | Stromwirtschaft (6) | Contracting (5)




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