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Wer will ein Wasserwerk fernsteuern? Jeder kann!

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Wer will ein Wasserwerk fernsteuern? Jeder kann!

18.07.16  09:00 | Artikel: 970063 | News-Artikel (e)

Wer will ein Wasserwerk fernsteuern? Jeder kann!Zwei Sicherheitsleute der Webseite Internetwache.org untersuchten Milliarden Internet-Adressen und haben dabei allein 80 ungeschützte Anlagen des gleichen Herstellers ausfindig gemacht. Sie wären in der Lage gewesen, in kommunalen Wasserwerken Pumpen zu steuern oder andere Dinge zu tun, die bestimmt nicht ungefährlich gewesen wären. Sie haben allein 28.000 programmierbare Steuerungen gefunden, die über das Internet zugänglich sind.

Offenbar gehen die jeweils Verantwortlichen sehr unvorsichtig oder sorglos mit vielen dieser Sicherheitsrisiken um. Oft, so darf man vermuten, verstehen sie sie nicht einmal. Man kann auch nicht von einem Kaufmann, der Verantwortung für ein Wasserwerk hat, alle möglichen technischen Detailkenntnisse erwarten. Was man aber erwarten muss ist, dass er sich des grundsätzlichen Risikos bewusst ist und Leute hat, die in der Lage sind, das Werk sicher zu machen. Die politische Rückendeckung dafür – schließlich kostet das etwas – muss einfach da sein. Hier hapert es in Deutschland und anderswo immer wieder. Mit einer "Neuland-Kanzlerin" im Rücken, die 45 Jahre nach den Anfängen des Internet immer noch nicht versteht, was da eigentlich vor sich geht und was mit dem Netz und über das Netz alles passieren kann, schlafen die politisch Verantwortlichen viel zu oft noch vor sich hin.

Wen wunderts, ist doch die Datenverarbeitungs-Ausbildung an Schulen hierzulande notorisch schlecht, ja meist nicht einmal vorhanden.

Was auch fehlt, und zwar praktisch überall, sind verbindliche Vorgaben für die Sicherheit von Netzen und Anlagen. Wir sind vergleichbar mit einer Horde ziemlich blinder Fahrer, die Hochschwindigkeits-Lastwagen durch den Nebel steuern. Kann das gut gehen?

Mit der Zeit wird es zu einem Angriff kommen, bei dem einer Region das Wasser abgeschaltet wird oder ein Krankenhaus ohne Strom bleibt, Todesfälle nicht ausgeschlossen. Die Frage ist nur, wann. Und ob vor dem nächsten Versuch doch der eine oder andere von unseren Schläfern aufgewacht ist und Schlimmeres verhindern konnte, wenn man ihn gelassen hat?

Politiker, denen schwarze Nullen und andere Fetische mehr bedeuten als unser aller Leben und Gesundheit, haben wir genug. Es wird Zeit, dass sich etwa Wasserwerks-Lobbyisten, Umweltverbände, Internetakivisten mit allen Bürgern gemeinsam dafür einsetzen, dass unsere Netze geschützt werden gegen Eindringlinge, gegen Mithören, gegen Überwachung, gegen mutwilliges Abschalten und Ausfälle. Das sind alles Seiten derselben Medaille. Politisch auf "bloß keine Sicherheit im Internet, wir wollen alles überwachen" zu setzen, ist Wahnsinn.

Das haben die Betreiber von Internetwache.org uns gerade wieder einmal vorgeführt.




(Quelle: Piratenpartei Deutschland)


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Themenbereiche:

Gesellschaft | Datenschutz | Sicherheit

Schlagworte:

Wasserwerk | Internet (138) | Hacking (15) | Sicherheit (137) | Infrastruktur (34)




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