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Basiswissen: Wozu braucht man eigentlich Speicherlösungen? - Deutschland und das Stromnetz (2)

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Basiswissen: Wozu braucht man eigentlich Speicherlösungen? - Deutschland und das Stromnetz (2)

02.07.13  10:32 | Artikel: 955685 | Proteus Fach-Artikel

Basiswissen: Wozu braucht man eigentlich Speicherlösungen? - Deutschland und das Stromnetz (2)Im ersten Teil unseres Artikels über Speicherlösungen hatten wir über Speichersysteme in Privaten Haushalten oder kleinen Unternehmen geredet. Im zweiten Teil zeigen wir Ihnen, warum Speicher auch für Deutschland und die Stromnetze wichtig sind. Darüber sind ganze Bücher geschrieben worden: Wir versuchen es wie gewohnt in einfachen Worten.

Man hört oft in den Medien, dass es zuviel Strom aus Windkraft oder Photovoltaik-Anlagen im Netz gibt bzw. diese teilweise überlastet sind. Das ist nicht ganz falsch.

An guten Sommertagen deckt allein die Photovoltaik 39 % des Nettostromverbrauchs in Deutschland - am 6. Juni 2013 wurden in der Mittagszeit 23,4 Gigawatt Leistung erreicht. Kommt noch Windkraft hinzu, so kann das für einige regionale Netze tatsächlich ein wenig viel werden. Im Regelfall geben die Energieversorger dann ein Signal an diese Anlagen weiter, die Leistung zu drosseln, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden.

Volkswirtschaftlich bedenklich: Strom "wegwerfen"

In der Praxis funktioniert das sicherlich recht gut, allerdings ist das volkswirtschaftlich eher bedenklich. Warum sollte man denn fast kostenlosen Strom (wir vernachlässigen hier die Stromgestehungskosten) aus Sonne und Wind wegwerfen, nur weil die Netze die Energie nicht mehr aufnehmen können?

Nun, die Gründe sind oft vielfältig: Teilweise können andere Kraftwerksarten nicht so schnell leistungstechnisch geregelt werden oder es ist ein eher lokales Überangebot vorhanden und die Leitungskapazitäten reichen nicht aus, um den Strom über weite Strecken zu verteilen.

Die meisten Menschen können sich das eher schlecht vorstellen. Strom kann man ja nicht sehen. Aber wenn zuviel davon in das Stromnetz eingespeist wird, kann es ähnlich wie bei Wasserleitungen zu Schäden kommen. Das kann dann z.B. auch was mit der Netzfrequenz zu tun haben, aber das ist dann ein anderes Thema. (Netzintegration von Photovoltaik-Anlagen aus gesamtwirtschaftlicher Sicht (PDF))

Wie im ersten Teil bereits beschrieben, können elektrische Speicher Energie aufnehmen und später wieder abgeben. Das oben beschriebene Überangebot an Strom kommt ja nicht nur von den großen Freiflächen-Solaranlagen sondern auch von den Hunderttausenden Kleinanlagen, die im Privatbesitz sind.

Hätte jeder dieser PV-Anlagenbesitzer einen elektrischen Speicher, so würde es in der Mittagszeit gar kein Überangebot geben, weil ja dann die Speicher geladen werden. Und schon haben wir einen Grund, den Ausbau der Netze nicht so zu überstürzen.

Große Speichersysteme werden schon geplant

Was im kleinen Maßstab funktioniert, klappt natürlich auch im Großen. Immer mehr Energieversorger erkennen das Problem und fangen an über Speichersysteme im Megawattbereich nachzudenken. Andere haben sich schon entschieden und bauen tatsächlich solche Systeme (Younicos und WEMAG bauen größten europäischen Batteriespeicher).

Diese Speicher können dann große Lastspitzen abfangen, so die Netze entlasten und die gespeicherte Energie zeitversetzt wieder zur Verfügung stellen. Mit anderen Speicherlösungen wird das bereits seit Jahren praktiziert z.B. mit Pumpspeicherkraftwerken. Allerdings sind auch hier die Kapazitäten mittlerweile eher begrenzt.

Warum bauen dann die Energieversorger nicht jede Menge Speicher? Weil hier natürlich klar finanzielle Interessen im Vordergrund stehen. Es ist für EVUs eher billiger, die erneuerbaren Energien zu drosseln, als die eigenen Kraftwerke kostenaufwändig der aktuellen Energiesituation anzupassen, zumal diese in vielen Fällen gar nicht so schnell sind. So würde das Abschalten und Wiederanfahren eines Kohlekraftwerkes einem Betreiber enorme Kosten verursachen.

Mittelfristig ist es daher sinnvoll mehr in Speichertechnologien zu investieren, als z.B. die durch die Bundesregierung geforderten konventionellen Kraftwerke auf Basis fossiler Brennstoffe als sog. Brückentechnologie. Diese (neuen) Kraftwerke sollten so lange im Einsatz sein, bis die Netzte entsprechend ausgebaut sind.

Dezentrale Kraftwerke mit Speichern sind der Schlüssel für die Energiewende

Der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende liegt jedoch nicht im Netzausbau, Auch hier wird immer behauptet, dass z.B. die großen OffShore-Windparks in der Nord- und Ostsee das Rückrad der Energiewende sind. Sind sie nicht. Diese Anlagen produzieren zwar Energie aus erneuerbaren Energien, aber diese Energie muss dann durch neuen Leitungen quer durchs Land übertragen werden.

Die richtige, weil ökologisch und ökonomisch richtige Konsequenz kann daher nur die dezentrale Energieerzeugung sein; das erspart lange Transportwege. Werden dann flächendeckend in den nächsten Jahren Speicher verbaut, so kommt es auch zu keinem (regionalen) Überangebot mehr.

Bloß die Energieversorger sind damit letztendlich überflüssig geworden, da keine großen Mega-Kraftwerke mehr benötigt werden. Deshalb wehren sich diese ja mit Händen und Füßen und mit teilweise skurrilen Argumenten gegen den weiteren Ausbau der Erneuerbaren.

Der Vollständigkeit sei hier noch genannt: Auch im Großanlagenbereich ist das Prinzip "warmes Wasser" zu erzeugen durchaus möglich und rentabel. Nahwärmenetze sind in vielen Gemeinden schon zur Realität geworden. Damit diese auch über den Winter kontinuierlich Wärme liefern können, werden diese zumeist noch mit einem Biomassekraftwerk gekoppelt. Damit steht das ganze Jahr Wärme und / oder Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung.





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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

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